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Zu Besuch in Jenas Unterwelt der Wissenschaften

Am 7. November 2008 werden ab 16.00 Uhr in Jena verborgene und oft verschlossene Türen der Friedrich-Schiller-Universität für die Öffentlichkeit geöffnet. Es geht hinab auf eine Reise zu den Anfängen der Wissenschaft bis in die heutige moderne Wissenschaftswelt. Mehr als 40 Orte lüften ihre Geheimnisse und geben Einblicke in eine faszinierende Forschungslandschaft.

Dabei werden reale Orte mit exotischen Geschichten, künstlerischen Szenerien und einem interessanten Vortragsprogramm verflochten. Für das Projekt haben die Macher ganz bewusst das Symbol der Eule gewählt. Die Eule symbolisierte in Griechenland zu Zeiten Aristoteles Wissenschaft und Besonnenheit und wurde Athene, der Göttin der Weisheit und Schirmherrin der Künste und Wissenschaften als Attribut beigegeben.

Dieser Bezug ist bis heute nicht verlorengegangen. Auch in Jena steht die Eule am 7. November der in der Dämmerung beginnenden "Unterwelt der Wissenschaft" mit ihrer Weisheit zur Seite. In über 40 Stationen werden die Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit und in die Moderne der heutigen Wissenschaft geleitet.

So trifft man beispielsweise in derKrypta der Stadtkirche auf das Jenaer Herzoggeschlecht, unter ihnen Bernhard II., der hier studiert und später die Alma Mater Jenensis gefördert hat. Gleichzeitig werden die Türen zu mittelalterlichen Kellerwelten unter Jenas Innenstadt geöffnet, die schon damals das Studentenleben nicht nur in den Abendstunden beherbergt und versorgt haben. Auf einem Spaziergang erfahren die Gäste mehr zu den Anfängen der Geburtsmedizin und erleben in einem für diesen Anlass entstandenen Chansonprogramm mehr über die Hintergründe der ersten Jenaer Entbindungsanstalt.

Die Besucher können zudem auf ihren Entdeckungstouren durch die meistverschlossenen Schatzkammern der Universitätssammlungen wandeln und hier zum Beispiel altorientalische "Exceltabellen" entdecken, in botanischen Prachtbänden blättern, nicht-öffentliche Fotografien des Forschungsreisenden Alphons Stübel betrachten, in die Welt von römischen Bankmanagern blicken, Minerale bewundern, Fundstücke der Ur- und Frühgeschichte aus ganz Europa erkunden, die ältesten Menschenknochen Mitteldeutschlands finden, Tieren unter die Haut schauen oder mehr über die unterirdischen verschlungenen Wege des Wassers in Jena erfahren.

Aber auch die Logistik des wissenschaftlichen Alltags, die hinter beziehungsweise unter dem Wissenschaftsbetrieb verborgen ist, spielt eine große Rolle im Programm. Denn wer weiß schon, was passiert, wenn im Klinikum der Strom ausfällt, wieviele unterirdische Roboter das Klinikum versorgen, wie die neue Rohrpostanlage für Blutproben funktioniert, woher Mediziner ihre Medikamente erhalten, wo porentiefe Reinheit herrscht oder wie eine Großküche versorgt wird?

Auch für kleine Neugiernasen öffnet das Projekt Türen in die Welt der Wissenschaft. Die Kleinen können ihren kranken Teddybär in das Teddybärkrankenhaus der Mensa bringen und mit Clown "Flotti Lotti" einer Live-Teddy-OP in Lobeda beiwohnen. In der Universitätskliniksapotheke nimmt Clown alias Professor "Knuddel" die kleinen Nachwuchswissenschaftler an die Hand und führt sie hinein in die Welt von Chemie und Magie.

Aber damit ist die Reise in die Welt der Wissenschaft noch nicht beendet. Im neuen Universitätsforum der August-Bebel-Straße findet dann ab 19.00 Uhr der Abschluss der "Unterwelt der Wissenschaft" statt. Die Besucher werden eingeladen, sich in verschiedenen Räumen auf eine Hörreise durch die "Unterwelt der Wissenschaft" zubegeben. Akustische Kostproben aus dem Berliner Wissenschaftsverlag supposé führen mit Tondokumenten hinein in das Leben bedeutender Wissenschaftler und die Auswirkungen wissenschaftlicher Ergebnisse.

In anderen Räumen sind Klanginstallationen der Sounddesigner des Ensembles für elektroakustische Netzwerkimprovisation HMSS zu hören, die sich im Vorfeld mit den Klängen der Jenaer Unterweltlandschaft auseinandersetzten und sie sinnlich erfahrbar machen. Alle Hörräume sind von 19-24 Uhr geöffnet.

Um 20.00 Uhr findet eine öffentliche besetzte Podiumsdiskussion zum Thema "Gibt es Tabuzonen menschlicher Neugier? Und wenn ja, welche Auswirkungen haben sie auf Wissenschaft und Gesellschaft?" statt, in der von vier namhaften Professoren der Jenaer Universität und dem künstlerischen Leiter des Theaterhauses Antworten auf diese und andere Fragen gesucht werden. Die Moderation übernimmt Thomas Bille vom MDR Figaro.

Im Anschluss findet ein live improvisiertes Konzert des Ensembles HMSS statt. Das Konzert setzt sich mit den spezifischen Klanglandschaften der Jenaer "Unterwelt der Wissenschaft" auseinander. Die Zuhörer können erleben, wie eine elektroakustische Sprache entsteht, die sowohl vom musikalischen Klangvokabular einzelner Stationen als auch von den musikalischen Gesten der vier Solisten beeinflusst wird.

Und ab 22.30 Uhr bietet sich dem Besucher in den Räumen des Universitätsforums ein musikalisches Ambiente, bei dem man sich bei Musik und Cocktails vollends entspannen kann.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei! Genaue Informationen über alle Stationen, Aktionen und Zeiten sind im Programmheft zu finden, dass für 1 € in der Tourist Information Jena erhältlich ist. Aufgrund der begrenzten Platzkapazität kann es jedoch zu Wartezeiten kommen - man sollte deshalb rechtzeitig erscheinen und sich für diesen Abend vorher eine ausgewählte Route zusammenstellen.

Text: Christiane Knebel

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