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Chance oder Risiko?

Wertpapiere kaufen oder verkaufen? Die Produktpalette erweitern, Mitarbeiter einstellen, eine neue Filiale eröffnen? Aktienhändler, Manager und Unternehmer müssen tagtäglich Entscheidungen treffen, die mit Risiken behaftet sind bzw. deren Konsequenzen sich nicht genau vorhersehen lassen.

Was im Gehirn bei solchen Entscheidungsprozessen abläuft, das haben Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena jetzt erstmals in einer Studie umfassend untersucht. Während der jüngsten „NeuroPsychoEconomics“ Konferenz in Kopenhagen haben die Forscher ihre in Kooperation mit deutschen und amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlern entstandene Studie präsentiert und sind dafür mit dem „Best Paper Award“ ausgezeichnet worden.

„Kern der Studie sind die neuronalen Grundlagen von Entscheidungen unter Risiko und Ambiguität“, erläutert Studienleiter Prof. Dr. Wolfgang Miltner von der Uni Jena, an dessen Lehrstuhl für Biologische und Klinische Psychologie die Studie entstand. Die Versuchspersonen waren aufgefordert, sich zwischen jeweils zwei Alternativen zu entscheiden. Jede der Alternativen konnte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einem finanziellen Gewinn, mit der entsprechenden Gegenwahrscheinlichkeit aber auch zu einem Verlust führen. Währenddessen wurde die Gehirnaktivität der Versuchspersonen in einem Magnetresonanztomographen untersucht.

„Wir haben festgestellt, dass sich die Hirnaktivität deutlich unterscheidet, je nach dem, ob jemand eine Entscheidung trifft, die mit wenig oder einem hohen Risiko behaftet ist“, nennt Prof. Miltner ein zentrales Ergebnis der Untersuchung. So zeige bei Hochrisikoentscheidungen der Probanden etwa der dorsolaterale präfrontale Kortex eine erhöhte Aktivität – eine Region, die auch bei bewussten Denkprozessen aktiviert ist. Zusätzlich fanden die Forscher eine Aktivierung des sogenannten orbitofrontalen Kortex, der für die Verarbeitung positiver Informationen und die Generierung positiver Emotionen zentral ist – ein Beleg dafür, dass im Entscheidungsprozess auch das „Bauchgefühl“ eine Rolle spielt.

(jenanews.de)
Foto: pixelio.de
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