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Darwins Reise nach Jena

Stammt der Mensch vom Affen ab? Oder waren doch Adam und Eva das erste Glied in unserer langen Ahnenkette?

Ausgerechnet ein studierter Theologe war es, welcher sich auf die Seite der Wissenschaft schlug und Gott als Schöpfer absetzte: Charles Darwin (1809-1882) hat mit seiner im Jahr 1859 erschienenen Publikation „Über die Entstehung der Arten“ nicht nur die gesamte Biologie revolutioniert, sondern auch eine gesellschaftliche Diskussion ausgelöst, die bis heute andauert.

Vorausgegangen war dem eine langjährige Forschungsreise: Mit dem Vermessungsschiff „HMS Beagle“ ging der erst 22-jährige Darwin auf eine abenteuerliche Weltumsegelung (1831-1836), die ihm eine überbordende Fülle an wissenschaftlichen Erkenntnissen einbrachte. „Darwin – Reise zur Erkenntnis“ hieß auch die Ausstellung, die das Naturkundemuseum Berlin anlässlich des Darwin-Jahres 2009 präsentierte. Nun begab sie sich selbst auf eine Reise. Die vergleichsweise einfache Route hieß: Berlin – Jena. Das Unternehmen jedoch war gewaltig: Ein riesiger Schiffsrumpf, Darwins Beagle nachempfunden, musste zerteilt und nach Jena „verschifft“ werden. „Der Bootskörper ist das Kernstück der Ausstellung und zugleich Ausstellungsraum“, erklärt Prof. Dr. Martin S. Fischer. Der Lehrstuhlinhaber für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena initiierte die Reise des Schiffes, welches ab dem 24. April zu einer Entdeckungstour in Jena einlädt.

„Vor Anker gegangen“ ist das „Schiff“ im historischen Straßenbahndepot der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft (JeNah) (Dornburger Straße 17). Hier ist die Sonderausstellung „Darwin im Depot – Auf zu neuen Ufern“ bis zum 4. Dezember zu sehen. „Wir sind sehr dankbar für diesen zugegeben ungewöhnlichen Standort“, sagt Fischer. Als Direktor des Phyletischen Museums der Jenaer Universität, welches für die Ausstellungskonzeption zuständig ist, hatte sich Fischer auf die Suche nach einem geeigneten Raum für das 22 Meter lange, 13 Meter breite und 3,50 Meter hohe Schiff gemacht. Er wandte sich schließlich an die Jenaer Nahverkehrs GmbH, die den Vorschlag zu der außergewöhnlichen Ausstellungsumgebung unterbreitete. „Die historischen Straßenbahnen, die hier sonst stehen, wurden extra ausgelagert, um Platz zu schaffen für den riesigen Bootskörper“, so Fischer weiter.

Die Ausstellung zeigt auch Darwins winzige Kajüte mit dem Kartentisch. Blaue Lichtbänder am Schiffsboden zeigen an, wie knapp dieser Raum bemessen war, den der oft seekranke Darwin mit zwei Offizieren teilte. Zu sehen sind 60 Vorratskisten und 25 Fässer mit Exponaten. Rund 600 davon können betrachtet werden, wie sie Darwin von seiner Reise mitbrachte – Muscheln, Vögel und Schmetterlinge, Gesteins- und Staubproben sowie Utensilien zur Beobachtung der Fauna und Flora. Ungewohnt für den Ausstellungsbesucher ist, dass die Präparate tatsächlich so gezeigt werden, wie sie für wissenschaftliche Zwecke hergestellt wurden. Beispielsweise werden Nandus, Pinguine und Tukane nicht in natürlicher Pose präsentiert, sondern als platzsparende Balg-Präparate. Zahlreiche Zitate Darwins an den Schiffswänden führen in die Geisteswelt des großen Biologen ein.

Die Sonderausstellung „Darwin im Depot – Auf zu neuen Ufern“ ist vom 24. April bis zum 4. Dezember im Straßenbahndepot (Dornburger Straße 17) zu sehen. Zur Eröffnung am 24. April um 10.30 Uhr sprechen unter anderem Kultusminister Christoph Matschie sowie Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Berliner Museums für Naturkunde, über „Neue Herausforderungen und Wege der Wissensvermittlung – Erfahrungen aus dem Darwin-Jahr“. Die Vernissage wird von einem familienfreundlichen Rahmenprogramm begleitet, das bis 16 Uhr dauert. In einer historischen Straßenbahn wird aus Darwins Werken vorgelesen; vor Ort werden Vögel und Schmetterlinge von Fachleuten präpariert. Kinder können sich unter fachkundiger Anleitung auf die Suche nach Fossilien begeben und echte Schildkröten bestaunen.

Die Öffnungszeiten sind dienstags und mittwochs sowie freitags und samstags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags von 14 bis 20 Uhr. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm sowie eine samstägliche Vortragsreihe begleiten die Ausstellung. Weitere Informationen unter: www.darwin-im-depot.de

(jenanews.de)
Foto: Screenshot

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