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Nach Drogenfahrt droht MPU

Laut Verkehrsunfallstatistik 2011 ist die Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss in Thüringen von 80 im Jahr 2010 auf 129 gestiegen. Das ist eine Steigerung um 61,3 Prozent.

Dabei wurden 2 Menschen getötet, 21 schwer sowie 41 leicht verletzt. Hauptunfallverursacher waren dabei die unter Drogen stehenden Fahrer, nahezu 98 Prozent der Verkehrsunfälle gingen auf das Konto der berauschten Fahrzeugführer.

Fahren unter Drogeneinfluss ist weder cool noch ein Pappenstiel. Doch gerade bei einem Diskobesuch oder während eines Musikfestivals greifen einige zu illegalen Drogen. Immer häufiger werden motorisierte Verkehrsteilnehmer beim Fahren unter Einfluss berauschender Substanzen ertappt. 2011 sind 20 Prozent aller medizinisch-psychologischen Untersuchungen (MPU) anlässlich einer Drogenfahrt oder missbräuchlichen Medikamentenkonsums angeordnet worden. Das Bundesverkehrsministerium sieht in der MPU ein wichtiges Instrument zur Beurteilung der Kraftfahreignung. Es ist also davon auszugehen, dass die MPU eine Vielzahl von drogenbedingten Verkehrsunfällen verhindert. „Die zumeist jungen Fahrer sind sich der Folgen oftmals nicht bewusst. Von den gesundheitsgefährdenden Auswirkungen berauschender Mittel einmal abgesehen, ist nach einer Drogenfahrt der Führerschein für längere Zeit weg. Neben der körperlichen Abhängigkeit drohen Strafverfolgung, Jobverlust und sozialer Abstieg. Viele sind sich nicht darüber im Klaren, dass Drogen am Steuer nicht nur verboten sind, sondern auch eine Gefahr für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer darstellen“, sagt Dr. Don DeVol, Verkehrspsychologe des TÜV Thüringen.

„Das Gefährliche an Rauschgiften ist, dass der Konsument keinen Überblick über die eingenommene Dosis hat. Die das Bewusstsein erweiternde und sehr unterschiedlich nachlassende Wirkung der verschiedenen berauschenden Substanzen, macht es für den Drogenkonsumenten unmöglich, zwischen Konsum und der Teilnahme am Straßenverkehr zu unterscheiden“, warnt DeVol. Selbst der oftmals verharmloste oder als Partydroge bezeichnete Cannabis hat nach seiner Einnahme eine vollständige Fahruntüchtigkeit zur Folge. „Es kommt zu einer Herabsetzung des Reaktionsvermögens, das Einschätzen von Geschwindigkeit und Entfernung wird durch die Rauschwirkung erheblich gestört. Der Verlust von Zeit- und Raumgefühl sowie Sinnestäuschungen sind hochwahrscheinlich“, so DeVol. Zu einem noch gefährlicheren Cocktail kommt es, wenn sich zu den Drogen der Alkohol gesellt. 2011 betraf dies allein 2,2 Prozent der MPU Veranlassungen.

Dass schon ab der ersten Drogenfahrt die Fahrerlaubnis entzogen wird und für die Neuerteilung eine MPU angeordnet wird, wissen aus Erfahrung des Verkehrspsychologen die wenigsten. Für Cannabis gilt als Grenzwert 1 ng/ml. Selbst bei Unterschreiten des Grenzwertes erfolgt ein Eintrag in der Führerscheinakte. Fahrer, die ein weiteres Mal mit Drogen am Steuer erwischt werden, müssen unter Umständen durch ein Drogenscreening nachweisen, dass keine Drogenabhängigkeit, kein Drogenmissbrauch beziehungsweise kein gewohnheitsmäßiger Konsum vorliegt. Von den Drogenauffälligen werden zudem mehrere gerichtsverwertbare Urin- beziehungsweise Haaranalysen über einen Zeitraum von einem halben bis zu einem Jahr gefordert. „Ich kann nur jedem empfehlen, bevor er zur MPU kommt, sich mit den Ursachen seines Drogenkonsums sorgfältig auseinanderzusetzen“, rät der Verkehrspsychologe DeVol. Eine dauerhafte Drogenabstinenz ist zum Bestehen der MPU unabdingbar.

(jenanews.de)
Foto: pixelio.de
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