Montag, 19 | 08 | 2019 - jenanews.de_2.1 - Gute Nachrichten für Jena.
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Jena heiß wie Frittenfett

Es gibt Spiele, die sind unverlierbar. Zu dieser Kategorie gehörte auch die Begegnung des FC Carl Zeiss Jena gegen die Spielvereinigung Unterhaching am Mittwochabend.

Die witterungsbedingte Zwangspause – immerhin viereinhalb Wochen ohne Punktspiel - hat dem FC Carl Zeiss Jena ganz offensichtlich gut getan. Zwar sahen die rund 4.600 Zuschauer im Ernst-Abbe-Sportfeld zunächst ein emotionsloses Spiel, denn beide Mannschaften standen sich im Mittelfeld regelrecht auf den Füßen und belauerten sich, so dass Torraumszenen Mangelware blieben. Doch nach zehn Minuten drehte Jena auf und sorgte mit irrsinnig schnellen Kontern dafür, dass die Gäste mit dem Schlusspfiff dem Fußballgott danken durften, mit dem 0:2 recht glücklich davon gekommen zu sein.

Den ersten Aufreger erlebten die Zuschauer in der 13. Minute, als Jena einen schnellen Konter setzte und Sebastian Hähnge am Fünfmeterraum gefoult wurde. Doch Schiedsrichter Alt entschied nicht auf Strafstoß,  sondern – sehr zum verständlichen Ärger des Publikums - auf Eckball. Der brachte nichts ein, aber der FCC drückte weiter und kam vier Minuten später doch zum Führungstreffer: Simak bediente vom linken Flügel aus mit einem Killerpass Pichinot, und der brachte das Leder aus Nahdistanz äußerst entspannt im linken Eck des Hachinger Gehäuses unter.
Und plötzlich gelang den Gastgebern nahezu jede Aktion. Mit der Sicherheit der Führung im Rücken zeigte das Sander-Team einen im Paradies lange nicht mehr gesehenen Kombinationsfußball. Jena wirkte so überlegen, dass sich so mancher Zuschauer verwundert fragte, wie um alles in der Welt diese Mannschaft auf den 19. Tabellenplatz abstürzen konnte.

Jena war in der Folge den Gästen deutlich überlegen, drückte auf das 2:0 und zwang die Hachinger zu Fehlern. So auch in der 30. Minute, als der FCC wieder einen schnellen Konter in den Strafraum der Randmünchner trug und Pichinot von Gästekeeper Stefan Riederer von den Beinen  geholt wurde. Diesmal entschied Alt auf Strafstoß, Simak  lief an und – jagte die Kugel über den Querbalken. Der verschossene Strafstoß wurde zum Signal für die Gäste, dagegenzuhalten und mehr für das eigene Spiel  zu tun. Doch Jena brauchte nur zehn Minuten, den Schock zu verdauen. Becken agierte unheimlich abgeklärt, hielt im Verbund mit Voigt den Laden dicht, vorn wirbelten  Simak und Pichinot mit gefährlichen Kontern die Hachinger schwindelig – die Gastgeber gingen mit einer verdienten 1:0-Führung in die Pause.

Was auch immer sich die Gäste für die zweite Hälfte vorgenommen hatten - Jena kam hellwach aus der Kabine und brauchte ganze 30 Sekunden, um Sebastian Hähnge sieben Meter vor dem Hachinger Tor anzuspielen, doch Jenas Stürmer schob das Leder wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei. In der 49. Minute lief Pichinot seinem Gegenspieler davon, Riederer konnte mit  Mühe zum Einwurf klären, doch der Ball kam postwendend zurück, als Simak das Leder in die Schnittstelle auf Pichinot spielte und der die Kugel flach in die äußere rechte Ecke jagte – 2:0 für den FC Carl Zeiss Jena!
Und die Randmüncher bekamen keine Zeit, sich zu besinnen. Kapitän Berbig  in der 53. Minute mit einem weiten Abschlag auf Simak, der am Gästestrafraum platziert abzog und Riederer zu einer weiteren Glanzparade zwang.

Mit Blick auf das schwere Auswärtsspiel in drei Tagen in Chemnitz schaltete Jena schließlich einen Gang zurück, beschränkte sich auf Konter und überließ den Gästen zunehmend die Initiative. Das Spiel verflachte, da Haching ohne Idee nach vorn spielte und Jenas Defensive jederzeit auf der Höhe war. Doch ab und an setzten die Gastgeber mit ihren Kontern Nadelstiche, so in der 72. Minute, als sich Pichinot am rechten Flügel durchtankte und scharf nach innen flankte – Simak hämmerte den Ball volley ins Außennetz.
Dann stehende Ovationen, als Petrik Sander in der 83. Minute Doppeltorschütze Nils Pichinot vom Feld nahm, was den Kollegen der dpa zu dem Satz verleitete, „Pichinot war heute abend heiß wie Frittenfett!“
Stimmt. Und trifft es doch nur halb, denn die gesamte Jenaer Mannschaft war am Mittwochabend heiß – heiß auf den Sieg und heiß auf drei Punkte. Sehr zur Freude des Jenaer Publikums, dem dieser Auftritt des FCC extrem gutgetan haben wird.

Text: Jens Mende
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