Sonntag, 09 | 08 | 2020 - jenanews.de_2.1 - Gute Nachrichten für Jena.
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Kommentiert: Jena siegt gegen Offenbach mit 2:0

Durch eine Verkettung von (unglückseligen) Umständen, fiel der Fußballchefberichterstatter von jenanews.de am Mittwoch zum Spiel aus. Schlicht gesagt, er erlag einer heftigen Grippe und lag flach. Natürlich wollten wir Sie nicht enttäuschen und so beschloss ich einfach mal so, seinen Part zu übernehmen. Ich wurde sozusagen gegen ihn ausgewechselt und aufs Spielfeld geschickt. Im Vorfeld sei angedeutet, dass ich nicht den geringsten Schimmer von Fußball habe. Doch bekanntlich wächst man ja mit seinen Herausforderungen, nicht wahr? Also zog ich mit heftigem Herzklopfen und zitternden Knien gen Stadion und suchte meinen Tribünenplatz auf. Nachdem ich mich freundlich grinsend auf der, im Vertrauen gesagt, ziemlich kalten Sitzfläche niedergelassen hatte, (Frauen frieren ja erwiesenermaßen schneller als Männer) begann schon die erste Halbzeit.

Die ersten Spielminuten verliefen ziemlich unspektakulär, die beiden Mannschaften schienen sich erst mal in aller Ruhe abzutasten, ein Konzept war jedenfalls nicht erkennbar. Während ich das Hin- und Her mit den Augen verfolgte, hatte ich Zeit, den Fußballrasen mit meinem eigenen Zuhause zu vergleichen. Der meinige schnitt dabei äußerst kläglich ab. Wie kriegen die das Zeug bloß so grün? Inzwischen verstrichen mehrere Torchancen für unsere Mannschaft ungenutzt. Der Ball wollte einfach nicht dahin, wo er hin sollte. Entweder flog er in hohem Bogen übers Tor oder weit daneben. Schade eben.
Doch der guten Laune meiner unmittelbaren Nachbarschaft schien das keinen großen Abbruch zu tun. Die lautstarken Pfiffe und Proteste gegen die Entscheidungen des Schiedsrichters setzten meinem armen Gehör ziemlich arg zu. „Schieber“, kreischte der Mann mit Basecap und Lederjacke direkt über mir mit überschlagender Stimme, ich zog instinktiv den Kopf ein. Und widmete meine Aufmerksamkeit lieber wieder dem Geschehen auf dem Rasen.

Irgendwie erschienen mir unsere Spieler etwas unkoordiniert, es gab keine Spielführung. Es wirkte auf mich, als hätten sie Angst, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. Besser gesagt, - nur nicht auffallen. Immer wieder ging es Richtung gegnerisches Tor, doch niemand lief sich frei, so dass der Ball am Ende immer wieder dem Gegner in die Hände fiel und die zum Teil nicht üblen Aktionen nutzlos verpufften.

27. Minute – da gibt’s die erste gelbe Karte, für wen geht für mich im allgemeinen Chaos unter. „Charalambides“, belehrt mich mein unbekannter Nachbar mit Igelschnitt. „Der FCC spielt heute jedenfalls besser als gegen Koblenz.“ Und ich nicke nachdenklich, während ich verstohlen versuche mein empfindliches Gehör gegen die schrillen Pfiffe und Buh – Rufe um mich her abzuschirmen. Die Frau mit den feuerwehrrot gefärbten Haaren vor mir springt auf und nimmt mir die Sicht. Ich lehne mich schicksalsergeben zurück und werfe meinem ungewöhnlich mitteilsamen Nachbarn ein zaghaftes Lächeln zu. „Du Sau“, brüllt jemand in meiner unmittelbaren Umgebung – gemeint ist natürlich der Schiri.

35. Minute – Gelb für Cimen und wieder eine Torchance, doch der gegnerische Torwart fängt den Ball mühelos ab. Pech. Die Massen brüllen. In der Südkurve wird lauthals gesungen und die Fahnen geschwenkt. Und weiter geht’s.
37. Minute – Gelbe Karte für S. Günther, 38. Minute – Gelb für Türkner und dann
43. Minute – Tooor!!! Nummer 19 Jan Simak befördert das Leder ins gegnerische Tor. 1:0 – die Führung für Jena! Die Massen springen haltlos auf und toben wie die Wahnsinnigen. Ich auch. Und damit ist die erste Halbzeit vorbei.

Irgendwie scheint der Schiri gar nicht beliebt zu sein. Hier alle von den Zuschauern gebrauchten Fäkalwörter wiederzugeben, wäre mir ehrlich gesagt zu peinlich. Aber unsere Mannschaft scheint jetzt ein bisschen Selbstvertrauen geschöpft zu haben. Sie geben sich kämpferischer. Der kleine Glatzkopf drei Plätze links von mir, spart die ganze Zeit über nicht mit guten Ratschlägen für die Spieler. Als ob die den hören können. Sein Gesicht ist vom Schreien puterrot angelaufen, der wird doch keinen Schlaganfall kriegen? Sicherheitshalber rufe ich mir mal alles was ich über erste Hilfe gelernt habe in Erinnerung.
Inwischen verstreicht viel Zeit bei Einwechslungen und Verwarnungen diverser Spieler. Nun läuft auch die Partie zügig, doch viele Torchancen führen nicht zum Erfolg. Aber jetzt - 74. Minute – Tooor! Nummer 9 Tobias Werner haut es rein. Jena führt 2:0! Das Stadion flippt völlig aus, inklusive meiner Wenigkeit.

Es hagelt förmlich gelbe Karten vom Schiri. Die Zuschauer quittieren es mit lautstark zum Ausdruck gebrachtem Unmut. (Ganz vornehm ausgedrückt.)
89. Minute – Gelb – Rot für Ogungbure. Der Mann muss vom Spielfeld. Aber da die Show sowieso schon gelaufen ist, fällt das gar nicht weiter ins Gewicht.
Und dann der Schlusspfiff. Der FC Carl Zeiss Jena gewinnt das Spiel gegen Kickers Offenbach souverän mit 2:0 Toren.

Uff! Ich hoffe, unser Fußballberichterstattungsass hat die Grippe auch bald besiegt, denn ob ich das noch mal durchstehe, weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall hat`s Spaß gemacht und vielleicht klappt es ja doch mal wieder?

Ihre Auswechselreporterin Conny Ackermann :-)

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