Montag, 06 | 04 | 2020 - jenanews.de_2.1 - Gute Nachrichten für Jena.
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Jena setzt ein Ausrufezeichen

50.000 Zuschauer feierten am Freitag gemeinsam mit Udo Lindenberg und Gästen die „Rock 'n Roll Arena Jena.“ Und selbst der Regen konnte die Freude an der Show nicht trüben.

Udo Lindenbergs Statement war beinahe schon poetisch: „Der Himmel weint Freudentränen“, sagte der Panikrocker mit Blick auf die geöffneten Himmelsschleusen zu Beginn des Konzertes, das „in Rekordzeit von den Veranstaltern in Jena organisiert wurde und dafür gebührt allen Beteiligten ein großes Kompliment“, so Lindenberg anerkennend.
Und tatsächlich: Jena gelang es, innerhalb von nur acht Tagen die gesamte Logistik zu stemmen und in zwei Tagen die Finanzierung – insgesamt wurden 320.000 Euro Sponsorengelder eingeworben, die Hälfte davon aus Jena – zu sichern. Nicht schlecht für eine Stadt, die sich ansonsten recht schwer damit tut, über die KulturArena hinaus Großveranstaltungen für seine Einwohner und Gäste anzubieten.



„Jena ist eine schlaue Stadt“
Während der gut vierstündigen Show spielten Kowsky, Jule Neigel, Toni Krahl, Silly, Peter Maffay, Clueso und Udo Lindenberg vor 50.000 Zuschauern, um „gemeinsam mit Jena ein Zeichen zu setzen. Ihr habt Euer Land 1989 nicht befreit, um Euch die alten Kameraden hierher zu holen“, so Lindenberg zu Beginn des Konzertes. „Jena ist eine schlaue Stadt und es ist traurig, wenn diese Stadt von den Nazis derart diskreditiert wird!“
Zahlreiche Politiker nutzten die Rock 'n Roll Arena Jena für eigene Statements. So Sigmar Gabriel (SPD), der im Treiben der Neonazis „einen Angriff auf das Zentrum unserer Gesellschaft“ sieht und ein NPD-Verbot fordert: „Es muss endlich Schluss sein mit der Finanzierung der Neonazis aus Steuermitteln!“ Jenas Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter (SPD), flankiert von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), verneinte einen möglichen Imageschaden für die Stadt Jena in Zusammenhang mit dem Treiben der NSU. „Es wird den ewig Gestrigen nicht gelingen, Jena zur Nazistadt zu machen. Jena macht mobil, das ist die Wirklichkeit. Die Terroristen prägen nicht das Bild dieser Stadt!“
Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) schien seinen Ausflug nach Jena jedoch mit dem zum Bundesparteitag der Grünen verwechselt zu haben. In einer sehr nach Wahlkampf klingenden Rede griff er die Regierungskoalition in Berlin scharf an, während die Zuschauer darauf warteten, endlich Musik zu hören und die Stars in Aktion zu erleben.

„Danke Jena, Ihr habt mich inspiriert!“
Während der Show leuchtete der JenTower als riesiges Ausrufezeichen und setzte damit buchstäblich ein weithin sichtbares Zeichen. Ein erster Gänsehaut-Effekt dann, als Silly mit Frontfrau Anna Loos „Mont Klamott“ intonierte und mancher Konzertbesucher erstaunt zu registrieren schien, welch Qualität einige DDR-Songs doch aufweisen. Genau diesen Eindruck bestätigte dann auch Peter Maffay, der den Karat-Klassiker „Über sieben Brücken musst Du geh'n“ gemeinsam mit dem Publikum sang und mit „Eiszeit“ noch jenen Song präsentierte, den er Anfang der 80er Jahre gegen Umweltzerstörung und Atomkrieg schrieb und „der bis heute leider nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat“, so Maffay.
Zum Schluss rockte Udo Lindenberg gemeinsam mit dem Panikorchester die Bühne, unterstützt von Clueso, mit dem er gemeinsam seine aktuelle Auskopplung „Cello“ performte. Lindenberg forderte die Zuschauer im Namen der anwesenden Musiker auf, sich „der braunen Soße konsequent in den Weg zu stellen“ und resümierte unter tosendem Beifall, „Deutschland ist nicht braun – Deutschland ist bunt! Danke Jena, Ihr habt mich inspiriert!“



Fotogalerie "Rock gegen Rechts Jena"

Text und Fotos: Jens Mende
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