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Weihnachten - was ist das?

Warum feiern wir Weihnachten? Weshalb schmücken wir einen Nadelbaum? Ist "Last Christmas" nur die Überhöhung eines von Martin Luther komponierten Weihnachtsliedes? jenanews.de fand im world wide web interessante und oft überraschende Erklärungen zum schönsten Fest des Jahres.


Weihnachten, auch (Heiliges) Christfest genannt, ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Festtag ist der 25. Dezember, dessen Feierlichkeiten am Vorabend, am Heiligabend (auch „Heilige Nacht“, „Christnacht“, 24. Dezember), beginnen.

Als kirchlicher Feiertag ist der 25. Dezember erst seit 336 in Rom belegt. Wie es zu diesem Datum kam, ist umstritten. Diskutiert wird eine Beeinflussung durch den römischen Sonnenkult. Eine weitere Hypothese erklärt die Datumswahl mit dem Abstand von neun Monaten zum angenommenen Termin der Inkarnation, wofür Texte westlicher Autoren die Verkündigung des Herrn am 25. März angeben.

Die deutsche Festlegung auf die beiden Feiertage am 25. und 26. Dezember geht historisch auf Martin Luther zurück. Als dritter Weihnachtsfeiertag kann Epiphanias bzw. das Dreikönigsfest am 6. Januar dazu gelten; auch dieser ist in einigen deutschen Bundesländern gesetzlicher Feiertag.

Christen und Nichtchristen feiern Weihnachten heute meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken; dieser Brauch wurde seit 1535 von Martin Luther als Alternative zur bisherigen Geschenksitte am Nikolaustag propagiert, um so das Interesse der Kinder auf Christus anstelle der Heiligenverehrung zu lenken.[1] In katholischen Familien fand die Kinderbescherung weiterhin lange Zeit am Nikolaustag statt. Hinzu kamen alte und neue Bräuche verschiedener Herkunft, zum Beispiel Krippenspiele seit dem 11. Jahrhundert, zudem der geschmückte Weihnachtsbaum (15. Jahrhundert), der Adventskranz (1839) und der Weihnachtsmann (20. Jahrhundert). Dieser löste in Norddeutschland das Christkind und den Nikolaus als Gabenbringer für die Kinder ab und stellt in anderen Gebieten zunehmend eine Alternative dar.

Der Christbaum
Im Mittelpunkt des Weihnachtsfests steht der mit Kerzen besteckte und geschmückte Christbaum. Unter ihm liegen die Geschenke. Der Christbaum, wie wir ihn kennen, ist noch keine 400 Jahre alt und somit einer der jüngsten Bräuche - er löste eine andere Tradition ab: Bevor der Christbaum in Österreich eingeführt wurde, hatten die Familien ihre Zimmer mit immergrünen Zweigen dekoriert. Erst im 17. Jahrhundert wurde der Baum so wie heute aufgestellt.

Heute stellt man je nach Geschmack einen Nadelbaum auf. Verwendet werden verschiedene Tannen, Fichten, Föhren oder auch künstlichen Bäume. Die Bäume werden mit echten Kerzen oder Lichterketten versehen und in den verschiedensten Arten geschmückt. Als Baumschmuck verwendet man Kugeln, Figuren aus Holz, Glas oder Kunststoff. In einigen Familien wird der Baum auch mit Naschzeug und Keksen versehen.

Der Christbaumschmuck
Die ersten, die zu Weihnachten geschmückte Bäume im Haus aufstellten, waren städtische Handwerkerzünfte: Eine Bremer Chronik von 1570 erwähnt ein "Dattelbäumchen", eine kleine Tanne mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und Papierblumen, die im Zunfthaus für die Kinder der Zunftmitglieder aufgestellt und dann zu Weihnachten von den Kindern "abgeerntet" wurde.

Der Name Weihnacht
Der früheste Beleg für den Ausdruck Weihnacht stammt aus dem Jahr 1170: „diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht.“ („Die Gnade (Gottes) kam zu uns in dieser Nacht: deshalb heißt diese nunmehr Weihnacht.“) Aus der gleichen Zeit (1190) stammt das Gedicht des bayerischen Dichters Spervogel: „Er ist gewaltic unde starc, der ze wihen naht geborn wart: daz ist der heilige krist.“

Der Stern von Bethlehem
Für den Stern von Bethlehem oder Weihnachtsstern, der den Weisen aus dem Morgenland als Wegweiser gedient haben soll, gibt es viele verschiedene Versuche der astronomischen Deutung. Diskutiert wurden in dieser Hinsicht Supernovaerscheinungen, Kometen, oder auch bedeutungsvolle Planetenkonstellationen. Ein Problem für alle diese Ansätze ist, die Erscheinung und das Verhalten des Sterns, wie es im Matthäusevangelium geschildert wird, mit einem astronomischen Ereignis aus heutiger wissenschaftlicher Sicht in Übereinstimmung zu bringen. Eine weitere Schwierigkeit liegt im Zeitpunkt der Geburt, der sich aufgrund der zwischenzeitlichen Kalenderreformen und unterschiedlichen Zeitrechnungen nicht mehr rekonstruieren lässt.




Kritik am Weihnachtsfest
In der pastoralen Literatur wird auch Kritik am Weihnachtsfest in seiner heutiger Gestalt geübt, das durch religionsfremde Motive und Erscheinungsformen „verunreinigt“ sei. Die Kritik lässt sich im Wesentlichen auf die drei Schlagworte Profanierung, Kommerzialisierung sowie Hektik und Stress konzentrieren.

Unter dem Schlagwort „Profanierung“ wird vor allem vorgetragen, dass das Weihnachtsfest entchristlicht und zu einem Familienfest für jedermann geworden sei. Der theologische Gehalt gehe dabei über weite Strecken verloren. Stattdessen nähmen Kitsch und Sentimentalität zu. Demgegenüber ist zu betonen, dass das Weihnachtsfest seit jeher zweigleisig gewesen ist, einmal kirchlich-sakral, zum anderen als Volksfest mit Gelagen und Besäufnissen, was immer wieder zum Einschreiten der Obrigkeit geführt hat.

Unter dem Schlagwort „Kommerzialisierung“ wird die weit in die Adventszeit (und darüber hinaus) zurückreichende Ankurbelung des Umsatzes mit Weihnachtsmotiven in den Kaufhäusern und der Werbung beklagt. Die Nachfrage nach Weihnachtsgeschenken führt dazu, dass die Monate November und Dezember - das Weihnachtsgeschäft - im Einzelhandel die umsatzstärksten Monate des Jahres sind.

Dabei wird ein wesentlicher Unterschied zur Werbung im übrigen Jahr übersehen: Normalerweise zielt die Werbung darauf ab, dass der Beworbene sich eigene Wünsche erfüllt. Im Weihnachtsgeschäft geht es darum, nahestehende Mitmenschen zu beschenken. Das Geschenk oder die „Gabe“ ist seit ältester Zeit der Menschheit ein wesentliches Mittel zur Stabilisierung von Beziehungen. Überall auf der Welt gibt es Feste, die einen Gabenaustausch zum Inhalt haben.

Die Werbung mit Lichteffekten, vor allem in Form der Weihnachtsbeleuchtung, führt zu einem hohen Stromverbrauch in der Vorweihnachtszeit und ist insofern klimaschädlich. Der Umgang mit Lichteffekten ist aber dem Weihnachtsfest nicht wesensfremd. Denn dieses ist auch ein Lichterfest. In der Zeit um die Wintersonnenwende soll die Geburt Jesu Christi gefeiert werden, des Messias, der auch als „Licht der Welt“ bezeichnet wird und der Licht in das (wörtlich, aber auch bildlich zu verstehende) „Dunkel der Welt“ gebracht habe (Johannes 8,12).Seit Jahrhunderten gibt es daher die nicht kommerziell begründete Tradition, zu Weihnachten Kirchen, Häuser und Straßen festlich zu beleuchten.

Unter dem Schlagwort Hektik wird kritisiert, dass der Mensch in der Adventszeit nicht zur Ruhe komme, weil er vollständig mit den Festvorbereitungen und dem Suchen nach dem passenden Geschenk ausgelastet sei.

Weihnachtliche Musik
Speziell weihnachtliche Musik hat ihren Ursprung in der musikalischen Gestaltung der drei Festmessen (spezielle Hymnen und Responsorien bereits seit frühchristlicher Zeit bekannt) sowie dem Gloria der Engel bei den Hirten auf dem Felde, von dem das Lukasevangelium 2, 14 berichtet.

In allen christlichen Kulturen bildete sich seit dem Mittelalter ein Bestand an speziellen volkstümlichen Weihnachtsliedern heraus, die zumindest anfangs in engem Zusammenhang mit der Kirche standen und von ihr auch in Gottesdiensten usw. eingebunden wurden.

Der deutsche Bestand an Weihnachtsliedern wurde durch Martin Luther wesentlich bereichert. Von ihm stammen:
* Gelobet seist du Jesus Christ (Strophe 2 bis 7)
* Vom Himmel hoch, da komm ich her (Text und Melodie)
* Vom Himmel kam der Engel Schar (Text und Melodie)

Mit Versionen in etwa 300 Sprachen und Dialekten hat das 1818 erstmals aufgeführte Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht die größte Verbreitung gefunden. Ebenfalls weltweit bekannt ist das Lied O du fröhliche. Für den englischsprachigen Raum sind Jingle bells und We wish you a merry christmas hervorzuheben, es bestehen aber auch traditionelle Bräuche wie das Singen von Carols (alte englische Weihnachtslieder).

Der überlieferte Bestand an Weihnachtsliedern, der ursprünglich nur im Kontext von Familie und Kirche gesungen wurde, gehörte bald auch zum Repertoire der Straßenmusikanten. Im letzten Jahrhundert begannen dann auch Kaufhäuser sowie Funk und Fernsehen sie zur Einstimmung und gezielten Werbung einzusetzen.

Neue, der Popmusik zuzurechnende Weihnachtslieder befassen sich textlich in den meisten Fällen nicht mit dem Kern der christlichen Weihnachtsbotschaft, sondern beschränken sich auf andere Aspekte wie zum Beispiel das Besingen der Weihnachtsvorfreude. Vielfach ist den Stücken leicht anzumerken, wie sie das spezifisch Christliche bewusst zugunsten einer weltanschaulichen Unbestimmtheit ausklammern (zum Beispiel The Spirit of Christmas). Häufig sind es nur noch reine Winter- (wie Let it snow von Frank Sinatra und das bekannte Jingle Bells) oder sogar normale Liebeslieder (wie Last Christmas von Wham!), in denen lediglich einige Klangeffekte zum Einsatz kommen, die gemeinhin mit der Weihnachtszeit assoziiert sind (Schlittenglöckchen, Chöre, Orgeln usw.).

 

(jenanews.de, © wikipedia.org, weihnachten.de, kinder-weihnachten.de)
Fotos:pixelio.dem, wikipedia.org


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