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Entspannte Arbeitsmarktsituation im Agenturbezirk Jena

Jahresrückblick 2010: Unerwartet gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Jena / Jenaer Agentur-Chef hält Arbeitslosenquote von unter acht Prozent für möglich.


„Die Arbeitslosenzahlen lagen seit dem Frühjahr stabil um knapp 10 Prozent unter den Vorjahreswerten. Während die Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr im SGB III-Bereich erheblich stärker zurückging, hat zwischenzeitlich der SGB II-Bereich deutlich aufgeholt. Das ist Ausdruck der starken Nachfrage nach Arbeitskräften. Aufgrund der guten Ausgangssituation am Jahresende 2010 blicke ich zuversichtlich ins neue Jahr und halte bei anhaltend günstiger Konjunkturentwicklung bereits in der Mitte der Jahres 2011 eine Arbeitslosenquote unter acht Prozent für nicht unrealistisch“, resümierte Dr. Ulrich Gawellek, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Jena.


Das Arbeitsmarktgeschehen gestaltete sich 2010 wie folgt:
Das Jahr startete mit starkem Dauerfrost und viel Schnee. Diese Wetterlage hielt sich bis in den März hinein. Dadurch gab es vor allem in den witterungsabhängigen Bereichen kaum Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Zahl der Arbeitslosen stieg entsprechend, blieb jedoch auf einem niedrigeren Niveau als 2009.

Allerdings nutzen noch zahlreiche Betriebe Kurzarbeit. Knapp 5.000 Kurzarbeiter waren im Januar registriert. Ab Februar ließ die Inanspruchnahme der Kurzarbeit deutlich nach.

Ab dem Frühjahr wurde die positive konjunkturelle Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt zunehmend spürbar. Unternehmen und Einrichtungen meldeten mehr Stellen zur Besetzung, die Zahl der Arbeitslosen reduzierte sich deutlich.

Obwohl sich durch das Schuljahresende in den Monaten Juli und August viele Schulabgänger und Auszubildende arbeitslos meldeten und sich die Einstellungsbereitschaft durch die Urlaubs- und Ferienzeit verringerte, ging die Arbeitslosigkeit bis einschließlich November weiter zurück. Diese positive Entwicklung wurde im gleichen Zeitraum verstärkt durch einen Anstieg (ungeförderter) Stellenangebote, die die Arbeitgeber der Region der Arbeitsagentur meldeten. Im August sank die Arbeitslosenquote wieder auf 8,6 Prozent, zuletzt wurde diese Quote im Oktober 2008 - vor Beginn der Wirtschaftskrise - erreicht.

Über das gesamte Jahr wurden der Agentur für Arbeit Jena zahlreich offene Stellen zur Besetzung gemeldet. So konnten wieder mehr Menschen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt finden.

Im Dezember stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt wieder an, blieben jedoch unter dem Vorjahresniveau.

Im zurückliegenden Jahr waren durchschnittlich 16.737 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, 1.701 bzw. 9,2 Prozent weniger als im Jahr 2009. So wurde der niedrigste jahresdurchschnittliche Bestand seit Beginn der statistischen Erfassung registriert. Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen lag bei 9,1 Prozent, 0,9 Prozentpunkte niedriger als 2009.

2010 war ein gutes Jahr für den Arbeitsmarkt. Weniger Beschäftigte (rund 11 Prozent) verloren ihren Arbeitsplatz und mehr Arbeitslose konnten wieder eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt aufnehmen (+3Prozent).


Im SGB III-Bereich (Betreuung durch Arbeitsagentur) waren jahresdurchschittlich 6.322 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, 1081 oder 14,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Der SGB II-Bereich (Betreuung durch ARGEn und Optionskommune Jena) konnte im Berichtsjahr sinkende Werte verbuchen. Hier gab es im Jahresdurchschnitt 10.414 Arbeitslose, 621 oder 5,6 Prozent weniger als im Jahr 2009. Von Februar bis November reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen in SGB II-Bereich kontinuierlich. Die allgemein positive wirtschaftliche Entwicklung ist auch verstärkt im SGB II Bereich angekommen.

Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren ist insbesondere aufgrund der demographischen Entwicklung weiterhin rückläufig. Im Jahresdurchschnitt wurden mit 1.531 Betroffenen 21,3 Prozent weniger gezählt als im Jahr 2009.

Die Betrachtung nach Rechtskreisen ergab, dass im SGB III-Bereich 12,3 Prozent aller Arbeitslosen und im SGB II-Bereich 7,2 Prozent aller Arbeitslosen zu den unter 25jährigen zählte.

Betrachtet man innerhalb dieser Personengruppe speziell die Zahl der unter 20-jährigen Arbeitslosen, so fällt auf, dass der Wert im Jahresvergleich deutlich niedriger war als 2009 (-77 Personen oder -31,6 Prozent). Im SGB II-Bereich waren im Jahresdurchschnitt 81 Jugendliche dieser Altersgruppe (-6,9 Prozent) weniger arbeitslos als im Jahr zuvor, im SGB III-Bereich waren es 72 Jugendliche (-45,6 Prozent) weniger. Im Zeitraum von Juli bis August waren die meisten Jugendlichen arbeitslos gemeldet. Das ist durchaus nicht unüblich, um die Zeit bis zum Ausbildungs- oder Studienbeginn zu überbrücken.

Im Jahr 2009 waren durchschnittlich 3.727 ältere Arbeitslose ab 55 Jahren gemeldet (SGB III-Bereich: 2.055/+9,1 Prozent; SGB II-Bereich: 1.672/+5,3 Prozent). Nach einem leichten Absinken in den Frühjahres- und Herbstmonaten belief sich der Anstieg gegenüber 2009 dennoch auf 256 Personen oder 7,4 Prozent.

Auf hohem Niveau verlief die Meldung ungeförderten Stellenangebote im Jahr 2010. So wurden bereits im ersten Quartal wieder die Werte von 2008 (vor Krisenbeginn) erreicht und bis Jahresende überschritten. Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr 10.594 ungeförderte Stellenangebote gemeldet, 2.206 oder 26,3 Prozent mehr als 2009 (Zahlen ohne optierende Kommune Jena).

Bezüglich der weiteren Entwicklung merkte der Agenturchef noch an: „Aufgrund des Wirtschaftseinbruchs war des Thema Fachkräftemangel bis zum Frühjahr 2010 nur punktuell relevant. Zwischenzeitlich ist es wieder in aller Munde. Das Dienstleistungsangebot der Agentur für Arbeit Jena und der zugehörigen Jobcenter wird deshalb noch stärker auf die erfolgreiche Vermittlung der am ersten Arbeitsmarkt benötigten Fachkräfte ausgerichtet.“


(jenanews.de)

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