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Gute Chancen für Jugendliche im Agenturbezirk Jena

Jedem Bewerber stand rein rechnerisch ein betrieblicher Ausbildungsplatz zur Verfügung - das ist die aktuelle Kurzbilanz der Ergebnisse am Ende des Berufsberatungsjahres 2009/2010 im Arbeitsagenturbezirk Jena.

Am Ende des Berufsberatungsjahres 2009/2010 galten 51 Jugendliche statistisch als noch unversorgt, das heißt, knapp 97 Prozent der Bewerber haben eine Lösung gefunden (Ausbildung, Arbeitsstelle, Berufsvorbereitung, weiterer Schulbesuch etc.).

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Jena, Dr. Ulrich Gawellek, äußerte sich zu den Ergebnissen des zu Ende gegangenen Berufsberatungsjahres wie folgt: „Das Blatt hat sich gewendet! Erstmals registrierten wir mehr betriebliche Ausbildungsstellen als gemeldete Bewerber. Viele Schüler konnten sogar zwischen mehreren Angeboten wählen. Die Unternehmen der Region haben erkannt, dass inzwischen ein geringeres Bewerberpotential für den Ausbildungsmarkt zur Verfügung steht. Deshalb haben zunehmend auch die Leistungsschwächeren Chancen auf eine betriebliche Ausbildung. Das ist auch gut so, denn aufgrund der demografischen Entwicklung müssen alle Potentiale zur Qualifizierung von Fachkräften genutzt werden.“

Der Pakt für Ausbildung in Thüringen hat sich erneut bewährt. Die Agentur für Arbeit Jena hat ihre Verpflichtung im Rahmen des Paktes erfüllt und allen ausbildungsgeeigneten und -willigen Bewerbern mindestens ein Angebot unterbreitet. Der Agenturchef hob in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit der Ostthüringer Arbeitsagenturen mit der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer Ostthüringen hervor.

Dennoch räumte er ein, dass sich der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage mitunter schwierig gestaltete. Vor allem wurden die Vermittlungsbemühungen der Berufsberatung dann erschwert, wenn zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Vorstellungen bzw. den Kompetenzen der Bewerber nicht unerhebliche Diskrepanzen lagen.
Während leistungsstarke Jugendliche sehr zeitig einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hatten oder sogar zwischen verschiedenen Angeboten wählen konnten, mussten Leistungsschwächere ihre Berufswünsche zum Teil überdenken und alternative Berufe ins Auge fassen, um erfolgreich zu sein.

Deutlicher Rückgang bei Bewerbern und leichter Rückgang bei gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen
Insgesamt haben sich 1.779 Jugendliche - 1.046 Jungen und 733 Mädchen - von Anfang Oktober 2009 bis Ende September 2010 in der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Jena als Bewerber um eine Ausbildungsstelle registrieren lassen. Das waren 261 (-12,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. Knapp 49 Prozent aller Bewerber waren Altbewerber (Schulentlassjahr liegt vor dem Jahr 2010).

Das Ausbildungsstellenangebot zum Vorjahr sank geringfügig. Der Arbeitsagentur Jena wurden 1.795 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 39 oder 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Außerbetriebliche Ausbildungsstellen hatten auch in diesem Jahr eine Entlastungsfunktion für den Ausbildungsmarkt. Sie bieten Ausbildungsmöglichkeiten, wenn betriebliche Angebote nicht möglich sind oder auf Grund des individuellen Förderbedarfs eine betriebliche Ausbildung nicht realisierbar ist. Aufgrund der verbesserten Ausbildungsmarktentwicklung ist dieser Bereich aber nicht mehr in der bisherigen Größenordnung erforderlich. Die Anzahl der Ausbildungsplätze wurde um rund 47 Prozent reduziert.

Das Verhältnis Ausbildungsstellen zu Bewerber liegt mit 1,2:1 auf Vorjahresniveau (Ende September 2009: 1,2:1 / 2008: 1:1,3).

Rein rechnerisch stand im gesamten Agenturbezirk jedem gemeldeten Bewerber eine betriebliche Ausbildungsstelle zur Verfügung. Trotzdem gestaltete sich die Vermittlung für Bewerber mit Hauptschulabschluss schwierig. Viele Ausbildungsbetriebe erwarten von ihren künftigen Auszubildenden einen soliden Realschulabschluss. Darüber hinaus beklagen sie die mangelnde Ausbildungsreife und Motivation der Jugendlichen.

Bewerber orientierten sich am Ausbildungsmarkt
Bei ihren Berufswünschen orientierten sich die Jugendlichen verstärkt an den Entwicklungen des Arbeits- und Ausbildungsmarktes. Im Einzelnen betrachtet konzentrierten sich 29 Prozent aller Bewerberwünsche auf zehn Ausbildungsberufe.

Unter den zehn am häufigsten angebotenen Ausbildungsstellen sind sieben Berufe, die auch von den Jugendlichen am stärksten nachgefragt sind.

Anteil der Bewerber nach Schulabschlüssen
Die Mehrzahl der Bewerber verfügte über einen mittleren Abschluss. Dieser Anteil ist relativ konstant.

Der gegenwärtig hohe Anteil „ohne Angabe“ resultiert aus der geänderten Datenerhebung zu Schulbildung. Es ist davon auszugehen, dass sich daraus eine Untererhebung in den Schulabschlüssen ergibt. Der größere Anteil dieser Bewerber dürfte schwerpunktmäßig der Personengruppe zugehören, die einen mittleren Bildungsabschluss anstreben.

Weniger Altbewerber – aber Anteil an allen Bewerbern gestiegen
Die Zahl der Altbewerber verringerte sich zum Vorjahr geringfügig (um 13 auf 864). Der Anteil an allen Bewerbern hat sich jedoch auf 48,6 Prozent gegenüber 43 Prozent im Vorjahr erhöht. Die Versorgung dieser Personengruppe gestaltete sich in vielen Fällen wegen der Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Voraussetzungen seitens der Bewerber nach wie vor besonders schwierig. Außerdem sind hier die Auswirkungen der Wirtschaftskrise spürbar. In dieser Zeit war es für Jugendliche schwerer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Diese Jugendlichen haben verschiedene Möglichkeiten der Überbrückung genutzt und meldeten sich in diesem Jahr, um durch die Agentur für Arbeit in einen Ausbildungsverhältnis vermittelt zu werden.

Hoher Anteil an Altnachfragern bei den unvermittelten Bewerbern
Bis zum Ende des Berichtsjahres konnten 51 Bewerber (33 Jungen, 18 Mädchen) noch nicht mit einer Ausbildungsstelle versorgt werden.

Ein Drittel verfügt über einen Hauptschulabschluss (17 Personen). Rund 29 Prozent haben einen Realschulabschluss, 22 Prozent erreichten die Fachhochschul- oder Hochschulreife. Ohne Hauptschulabschluss verließen rund 16 Prozent der unvermittelten Bewerber die Schule.
Bei 40 Personen (78,4 Prozent) entfallen die Schulabschlüsse auf frühere Jahre (Altnachfrage).

119 unbesetzte Ausbildungsstellen
Am 30. September 2010 galten 119 (Vorjahr: 26) Ausbildungsstellen noch als unbesetzt. Schwerpunkte lagen bei den Fertigungsberufen, Dienstleistungsberufen, den Pflanzenbauern und Tierzüchtern. Der Hauptgrund waren fehlende geeignete Bewerber. Vorrangig aus diesem Grund hatten einige Betriebe ihren Auftrag in den letzten Wochen zurückgezogen bzw. auf das folgende Ausbildungsjahr verschoben.

Verbleib der Bewerber
Von den insgesamt 1.779 gemeldeten Bewerbern hatten 1.485 (83,5 Prozent) bis zum 30. September 2010 ihren Weg gefunden. Folgende Unterteilungen konnten hierzu gemacht werden:
1.091 Bewerber (61,3 Prozent) sind in eine betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung eingemündet.
77 Bewerber (4,3 Prozent) hatten eine Arbeitsstelle gefunden.
210 Jugendliche (11,8 Prozent) entschieden sich für einen weiteren Schulbesuch, ein Studium, ein Berufsvorbereitendes Jahr oder ein Praktikum.
52 Bewerber (2,9 Prozent) begannen den Wehr- bzw. Zivildienst oder eine freiwilliges soziales/ökologisches Jahr.
55 Jugendliche (3,1 Prozent) nahmen sonstige Fördermaßnahmen wahr (Einstiegsqualifizierungen, Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen etc.).
51 Jugendliche gelten als unversorgte Bewerber

Von 243 Bewerbern (13,7 Prozent) ist der genaue Verbleib trotz intensiver Bemühungen nicht bekannt. In den überwiegenden Fällen ist von einer alternativen Lösung auszugehen.

Regionale Betrachtung
Das Verhältnis Berufsausbildungsstellen/Bewerber differenziert sich in den einzelnen Regionen. In der Hauptagentur Jena sowie in den Geschäftsstellen Pößneck und Saalfeld gab es mehr gemeldete Ausbildungsstellen als registrierte Bewerber. In den Geschäftsstellen Eisenberg und Rudolstadt gab es mehr Bewerber als Stellen.

Die mit Abstand günstigste Relation weist die Hauptagentur Jena mit 1,4:1 auf.

In allen Regionen des Agenturbezirkes ging die Zahl der registrierten Bewerber zum Vorjahr zurück. Eine Zunahme bei den gemeldeten Ausbildungsstellen gab es nur in der Geschäftsstelle Eisenberg.

(jenanews.de)
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