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Heute Abend: Beady Belle

Mehr als ein Geheimtipp: Heute Abend ist Beady Belle aus Norwegen zu Gast in der KulturArena - hingehen!

Um sich ihr Brot zum Frühstück leisten zu können, sagte Beady Belles Frontfrau Beate Lech einmal in einem Interview, müsse sie eben ein wenig berühmt sein. Und wenn sie dann noch etwas Wein zum Abend haben wolle, dann – lautes Lachen – verkaufe sie eben noch eine Platte. Ha! Wer derart ehrlich über seine Arbeit spricht, der steht offensichtlich mit beiden Beinen auf dem Boden und gibt umso lieber Livekonzerte. Alles Attribute, die auf die norwegische Jazzformation Beady Belle mehr als zutreffen. Denn berühmt ist sie, zumindest genug, um den Wein und das Brot zu bezahlen, genug auch, um als eines der Aushängeschilder der neuen, vornehmlich weiblich geprägten Jazzgeneration Skandinaviens zu gelten.

Ein Großvertreter der älteren (vornehmlich männlich geprägten) skandinavischen Jazzgeneration war es, der sie seinerzeit auf das richtige Gleis setzte: Bugge Wesseltoft, seines Zeichens Grenzgänger und Elektrojazzer der ersten Stunde. Sein Label Jazzland gilt in Skandinavien als DIE Plattform für innovative, von elektronischen und improvisatorischen Elementen beeinflusste Jazz- und Nu-Jazz-Musik. 1999 erwischte es auch Beate Lech, die damals schon mehreren Bands wie Insertcoin, Metropolitan und Folk & Røvere ihre Stimme und ihre Lyrik geliehen hatte. Schon bei Insertcoin mit von der Party war Bassist Marius Reksjø, und beide zusammen erhielten nun 1999 von Wesseltoft die Chance, ein eigenes Album zu produzieren. Jenes erste Album unter dem Bandnamen Beady Belle namens „Home“ war denn auch 2001 ein ziemlich spezielles Eigengewächs, geprägt von der Clubmusik der 1990er, mit elektronischen Trip-Hop- und Nu-Jazz-Rhythmen und der ätherischen Stimme von Frau Lech. So atmosphärisch und bassig-wohlfühlig diese Mischung auch wirken mochte, Beady Belle haben darin hintersinnig so manch sauren Drops versteckt. Denn die Texte, die Beate Lech sang, waren keineswegs nur soulige Songsüßigkeiten, in ihnen verarbeitete sie oft eher weniger schöne, doch wichtige Bestandteile des Lebens – und labte sich an der entstehenden Spannung zwischen stimmlichem Schmelz und inhaltlicher Rauheit.

Inzwischen, vier Alben und ein Kind später, sind Lech und Reksjø zusammen mit Schlagzeuger Erik Holm ein wenig zu den Jazzwurzeln zurückgekehrt. Auf der jüngsten Veröffentlichung, „At Welding Bridge“ von 2010, verbannen sie wie schon auf dem Vorgänger „Belvedere“ jegliche Elektronika zugunsten akustischer Instrumente, ja sogar Streichern, und verlegen sich auf eher country-angehauchte Jazzrhythmen. Trotzdem hört man hinter jeder Ecke die Herkunft aus dem elektronischen Nu-Jazz, hört die zackigen Drums und die dunkle Ambient-Stimme. Und gönnt ob dieser großen Kunst der Band jeden verdienten Rotwein.

Text: JenaKultur
Fotos: Agentur
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