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Mein ganz persönlicher KulturArena-Rückblick

Jens Mende berichtete für jenanews.de sechs Wochen von den Veranstaltungen aus der KulturArena - ein sehr persönlicher Rückblick.

Ich mag die Atmosphäre in der KulturArena. Abend für Abend kommen Tausende Menschen auf dem Theatervorplatz zusammen, um gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen. Parallel dazu versammeln sich um das Arena-Gelände Grüppchen, mit Getränken und wärmenden Decken ausgestattet, und verfolgen das Geschehen akustisch. Jedes Jahr freue ich mich aufs Neue auf die Veranstaltungen der KulturArena, um dann am letzten Abend festzustellen, wie schnell doch sechs Wochen vergehen können.

Mit Wehmut und Erleichterung zugleich verließ ich dann am Sonntagabend die KulturArena. Die letzten Klänge Russkajas lagen noch in der Luft, das Licht auf dem Theatervorplatz ging an und mit eben jener Spur Wehmut wurde mir bewusst: Das war die KulturArena 2009. Nun heißt es elf Monate warten auf die nächste Arena-Saison. Die Erleichterung rührte wohl daher, dass ich nun nach sechs Wochen Berichterstattung vom Theatervorplatz wieder Zeit haben werde, mich mit Freunden zu verabreden oder eben einfach mal einen ruhigen Abend auf der Couch verbringen kann.

Aus meiner Sicht war es eine überaus erfolgreiche Arena-Saison. Über 70.000 Zuschauer besuchten die Veranstaltungen von Theaterspektakel bis Konzertarena. Einmal mehr bewiesen die Arena-Macher sowohl bei der Auswahl der Künstler als auch bei der Zusammenstellung des Programms ein glückliches und kompetentes Händchen. Es ist die Vielfalt, die Abend für Abend Tausende Menschen in die Arena zieht. Nahezu jede Altersgruppe und jeder Musikgeschmack findet Berücksichtigung. In dieser Form ist die Jenaer KulturArena in Deutschland einmalig.

Mein ganz persönlicher Höhepunkt war das Konzert Anne Clarks am 1. August. Mit 17 Jahren hörte ich ihren Titel „Our Darkness“ zum ersten Mal; er wurde zur Hymne meiner Jugendzeit. Nie hätte ich mir träumen lassen, die Britin mit der so ausdrucksstarken Stimme einmal live in Jena erleben zu dürfen.
Tief beeindruckt war ich vom Auftritt Paul Kuhns. In meiner Rezension schrieb ich über den 81jährigen: „Wenn einer sechs Jahrzehnte von Stadt zu Stadt tourt, heute hier und morgen dort, und sich diesen Stress auch dann noch antut, wenn andere längst ihren Lebensabend auf Golfplätzen und mit der Briefmarkensammlung verbringen, muss mehr dahinterstecken als das bloße Geldverdienen.“


Oder Thomas D, der ins Publikum fragte, wofür der Schriftzug „Intershop“ am JenTower stehe und dann vermutete: „Hat bestimmt irgendwas mit Sex zu tun...“ An diesem Abend hatte ich mir übrigens selbst großen Stress bereitet: Zu Beginn des Konzertes bemerkte ich, dass ich mein Kartenlesegerät vergessen hatte und so nicht in der Lage war, die von Markus Kämmerer aufgenommenen Konzert-Fotos in die Rezension zu übertragen. Arena-Pressereferentin Nancy Droese half aus und borgte mir ihren Kartenleser – der Beitrag konnte wie geplant während der Veranstaltung online gehen und ich schloss meine Rezension mit den zwei Worten „Danke, Nancy!“.

Oder der geniale Einfall, im Rahmen der FilmArena die komplette Aufzeichnung des DDR-Fernsehens vom legendären Spiel des FC Carl Zeiss Jena gegen den AS Rom vom 1. Oktober 1980 als Public Viewing der ganz besonderen Art auf die Leinwand des Theatervorplatzes zu bringen. Für mich endlich die Gelegenheit, auch die erste Halbzeit zu sehen. Denn als das Spiel damals im Fernsehen lief, war ich 13 und hatte irgendetwas angestellt, wofür ich von meinem Eltern damit bestraft wurde, das Spiel nicht sehen zu dürfen. In der Halbzeitpause kam mein Vater in mein Zimmer und gestattete mir, wenigstens die 2. Halbzeit im Wohnzimmer verfolgen zu dürfen. Jena hatte so unglaublich stark gespielt, dass sogar mein Vater weich wurde... Und dank der FilmArena habe ich das Spiel 29 Jahre später endlich komplett gesehen – ich habe diesen Abend gemeinsam mit 3.000 Zuschauern sehr genossen.

Und nicht zu vergessen den Auftritt von Gentleman am 17. Juli. Nach zwei Titeln bereits war Tilmann Otto, so der bürgerliche Name Gentlemans, schweißgebadet und versprühte den ganzen Abend über die Energie mehrerer Kraftwerke.
Und dann war da noch am 8. August Hubert von Goisern, dessen Begrüßung an das Publikum zum Programm des Abends wurde: „Servus Jena – Showtime!“ Drei Stunden lang spielte er vor 3.000 Zuschauern gernerationsübergreifenden Alpenrock. In meiner Rezension schrieb ich: „Mein Gott, muss es schön sein da oben in den Alpen, wenn es zu derart guter Musik inspiriert.“

Mir wird diese KulturArena-Saison 2009 in guter Erinnerung bleiben. Ebenso wie die leckeren kleinen Schinken-Ananas-Pizzen, die mir den Kernberglauf im Oktober nicht erleichtern werden oder jener kleine Junge, der mich eines Abends interessiert beim Arbeiten am Laptop beobachtete und fragte, für welche Zeitung ich denn schreibe. „Für ein Online-Portal im Internet“, antwortete ich und enttäuscht zog er weiter: „Ach so, bloß Internet...“

An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an das Arena-Team um Projektleiterin Constanze Eiselt und Pressereferentin Nancy Droese für die kollegiale und professionelle Unterstützung bei der Berichterstattung. Ebenso Danke an Markus Kämmerer von happyarts.de, der jenanews.de auch in diesem Jahr wieder mit seinen Pressefotos unterstützte.

Text: Jens Mende
Fotos: JenaKultur, Markus Kämmerer (happyarts.de)

 

 


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