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Dephazz in der KulturArena

2007
Es gibt bessere Verkaufsargumente als den in schlechtem verkaufsdeutsch geschriebenen Begleittext der Plattenfirma zur Veröffentlichung des neuen Dephazz-Albums "Days of Twang". Eben jener PR-Text machte dann auch nicht wirklich Lust auf den Besuch des Gastspiels der Band im Rahmen der Jenaer KulturArena. Beispiel gefällig? "Jetzt wird’s twang. Wie Big Bang, nur knalliger. Die zeitlos begehrenswerten 44 Musikminuten von Days of Twang beglücken tagelang, die Nächte durch und ab sofort." Und so weiter. Was aber soll man mit einem Samstagabend in Jena anfangen - noch dazu bei ausnahmsweise einmal schönem Wetter Mitte August?

Was dann jedoch auf dem Theatervorplatz zu hören war, beglückte tatsächlich. Und zwar rund 2.300 Besucher am vorletzten Abend der 2007er KulturArena. Dephazz kommen scheinbar konventionell daher und doch überwiegt der teilweise brachiale Einsatz diverser Effektgeräte. Verschiedenste Gitarren, Saxophon, Querflöte und Schlagzeug sind da zu hören und eigentlich könnte man all diese Klänge auch mittels Synthesizer erzeugen. Wäre das dann aber noch die Musik von Dephazz?

Letztlich ist es Pit Baumgartner, der sich an Samplern, Reverb, Delay und eben jenen Verzerrern austobt, die dem Projekt Dephazz seinen Namen gaben und den Klang der Instrumente zum Sound von Dephazz modulieren. Und so scheint es, als stünden die Schweizrocker um Boris Blank und Dieter Meier von Yello auf der Bühne, dann wieder meint man Klänge der Cafe del Mar oder Matt Bianco herauszuhören.

Dephazz sind vielseitig und langweilen trotz dass sie ihrer musikalischen Linie treu bleiben, ihr Publikum nicht. Das besondere am Sound von Dephazz ist eben jene konsequente Verquickung der mit herkömmlichem Instrumentarium erzeugten Töne mit den oben erwähnten Effektgeräten. So bleibt die Seele der Töne erhalten, ohne zu sterilen Technosequenzen zu mutieren. Mediterran, manchmal karibisch, völlig entspannt schweben die Akkorde über den Theatervorplatz und bekommen etwas spaciges, etwas eigenes eben.

Schlechter PR-Text hin oder her: Am Ende überzeugte die Band mit ihrer Musik. Und das ist immer das beste Verkaufsargument.

Text und Fotos: Jens Mende

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