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Vorgestellt: Nancy Droese, – Pressereferentin der KulturArena

Am Sonntag ging die KulturArena 2006 zu Ende. Knapp 70.000 Zuschauer besuchten die 55 Veranstaltungen. jenanews.de durfte hinter die Kulissen des Kultur-Marathons schauen und stellt Ihnen Nancy Droese, die Pressereferentin der KulturArena, vor.

Nancy Droese ist 28 Jahre jung. 2004 beendete sie ihr Studium der Medienwissenschaften und gelangte 2005 als Praktikantin zum Team der KulturArena, wo sie als Produktionsassistentin erste Erfahrungen sammeln konnte und sich in ihrer Berufswahl bestätigt sah.

2006 dann machte sich Nancy Droese als Presse- und Kulturreferentin selbstständig. Manchmal benötigt Nancy ein paar Augenblicke, um auf eine Frage zu antworten, manchmal leise und zögernd, manchmal quillt sie schier über vor Begeisterung für das, was ihren Berufsalltag ausmacht.

In den zurückliegenden Wochen lebte sie die KulturArena, da blieb nur wenig Raum für anderes. Tag für Tag sind Künstler zum Zug oder zum Flieger zu bringen, anschließend die Presseschau um zu sehen, wie die Veranstaltungen von den Medien reflektiert werden. Jeden Tag ab 13:00 Uhr Vorbereitungen im Produktionsbüro des Theaterhauses -– 1000 große und kleine Dinge sind zu regeln, zu besprechen, zu ändern, zu organisieren…. Künstler sind vom Flughafen zu holen, ins Hotel zu bringen…, Abend für Abend sind die Medienvertreter zu betreuen und mit Informationen zu versorgen…. Am Ende einer jeden Veranstaltung -– meist um Mitternacht -– ist noch die erste Rezension als Pressetext an die Medien zu mailen… Und irgendwann spät in der Nacht fällt sie erschöpft, aber in der Mehrzahl zufrieden mit dem Tag, ins Bett.

Wie steht man einen solchen Kraftakt über sechs Wochen durch? “Parole: Durchhalten!”, sagt sie und lächelt dabei. “Das funktioniert, weil das Team so großartig zusammenarbeitet. Es geht hier wirklich sehr freundschaftlich und kollegial zu, da ist die Arbeit meist entspannend und Stress beflügelt dann eher, als dass er uns die Arbeit vergällt.”

Sie ist keine Selbstdarstellerin. Wenn sie von ihrem Job spricht, steht das Team im Mittelpunkt. “Und ab und an hat man ja auch einen freien Tag zum regenerieren. Bei mir passiert dann kaum mehr als bei schönem Wetter im Freibad zu sein oder einen ganz ruhigen Tag auf der Couch zu verbringen. Ich denke, das wird den anderen im Team wohl ähnlich gehen.”

Was ist der interessanteste Aspekt ihrer Arbeit? “Jeder Tag ist anders, allein schon deshalb, weil man mit vielen Künstlern arbeitet, die völlig unterschiedlich sind. Manche interessiert nicht mehr als das Hotel und das Arena-Gelände. Andere –- The Cat Empire zum Beispiel – waren zwei Tage in Jena, haben sich die Stadt angesehen und waren abends als Besucher auf der KulturArena. Man hat nie das Gefühl, etwas alltägliches zu machen. Dieser Job ist jeden Tag auf’s Neue spannend.”

Und wie kräftezehrend ist der Job? “Die ersten drei Wochen gingen durch die Hitze sehr an die Substanz, aber darunter hatten im Team alle zu leiden – auch die Zuschauer. Ein Tief gab es dann noch einmal in der fünften Woche. Die sechste Woche ist von Wehmut geprägt, da realisiert man, dass sich die Arbeit eines halben Jahres dem Ende zuneigt.”

Jedes Ende ist auch immer ein Anfang, sagt der Volksmund. Wann beginnen die Vorbereitungen auf die nächste KulturArena? “Sofort nach Abschluss der letzten Arena-Veranstaltung. Mein Part beginnt dann im Februar, und bis zum März sind dann die Hauptschwerpunkte gesetzt und das Konzept wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Natürlich sind viele Programmbestandteile auch abhängig vom persönlichen Geschmack des künstlerischen Leiters und der Produktionsleiterin, aber jeder im Team kann eigene Ideen einbringen – bislang ist es uns immer gelungen, einen breiten Querschnitt zusammen zu stellen, der großen Anklang bei unserem Publikum fand. Dann muss unsere grobe Planung mit der Tourneeplanung der Bands koordiniert werden, Kontakt zu den Agenturen hergestellt werden, es sind Vertragsverhandlungen zu führen und bis Ende Mai muss alles fertig sein und das Programmheft kann der Öffentlichkeit vorgestellt werden.” Wenn dann im Juli die neue Arena-Saison eröffnet wird, arbeitet eine insgesamt 25-köpfige Crew auf dem Theatervorplatz und sorgt für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen.

Wie sieht die private Seite der Pressereferentin der KulturArena aus? Wie viel Zeit bleibt für den Partner, wenn der Job so zeitaufwändig ist? “Dafür bleibt im Augenblick wenig Zeit, das stimmt schon. Aber mein Freund schreibt gerade seine Diplomarbeit, ist also im Moment auch sehr beschäftigt, das passt ganz gut.”

Und was mag sie, wovon träumt sie? “Mein größter Traum ist es, noch einmal nach Australien zu fliegen. Ich war mal dort für ein halbes Jahr und würde das gern wiederholen. Diesmal vielleicht für zwölf Monate.” Hobbys? “Ich mag Trekkingtouren sehr. Dinge, bei denen ich entspannen kann, sind schwarze Komödien, ich finde den britischen Humor toll.” Nach einem kurzen zögern fügt sie noch hinzu: “Ich stehe auf Filmklassiker.”

Welche Konzerte der gerade zu Ende gegangenen KulturArena haben Nancy Droese besonders beeindruckt? “Das kann ich so pauschal gar nicht beantworten. Es ist wie bei einem guten Urlaub, der gesamte Eindruck ist positiv und so wird mir diese Arena-Saison insgesamt in guter Erinnerung bleiben. Manche Konzerte haben ein Kribbeln verursacht, zum Beispiel Kari Bremnes oder The Cat Empire. Erwähnen möchte ich auch die ArenaOuvertüre, die eine Art Vorpremiere darstellt und diese Veranstaltungen haben ihren ganz eigenen Zauber.”

Nancy Droese steht mitten im Leben und weiß, was sie will. Mit viel Enthusiasmus und Engagement erledigt sie ihre Arbeit und erhält dafür viel Lob und Respekt. Sie ist die freundliche Ansprechpartnerin, Problemlöserin, Helferin für Künstler, Kollegen und der Medienvertreter. Wenn sie nun aber einen Wunsch frei hätte, zum Beispiel, eine Band ohne auf den Etat zu achten in die KulturArena zu holen, welche Band wäre das? “Die Ärzte wären geil”, antwortet sie spontan und lacht. “Oder Coldplay… oder die Cardigans…” Sie hält kurz inne. “Naja, würde nicht funktionieren, weil es logistisch nicht zu machen ist. Die vielen Zuhörer um das Arena-Gelände würden die Straßen verstopfen, da ginge gar nichts mehr.” Bedauernd hebt sie die Schultern.

Selbst bei einem -– wenn auch imaginären –- freien Wunsch bleibt sie professionell.

Text und Foto: Jens Mende
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