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Kinotipp: So glücklich war ich noch nie

Vom großen Glück ist Trickbetrüger Frank so weit entfernt wie die Sonne vom Mars. Selbst als er die hübsche Tanja zum ersten Male trifft, ahnt er nicht, welche Rolle sie in seinem Leben spielen soll.


So will er ihr in einer Boutique zunächst nicht mehr aber auch nicht weniger, als eine Lederjacke zum Geschenk machen. Angeblich, weil eben diese Jacke wie für sie gemacht sei und er nichts weiter wolle, als ihr eine Freude zu bereiten. Geld spiele für ihn ohnehin keine Rolle, so seine Behauptung. Ein alter Trick aus dem Einmaleins des gewieften Hochstaplers, welcher die Reaktion seines Opfers und den hieraus resultierenden Vermögensstand preisgeben soll. Umso beeindruckter ist Frank, als sein großzügiges Geschenk dankend abgelehnt wird und Tanja die Boutique und sein Leben kurzum wieder verlässt. Und umso ärgerlicher ist es, dass Franks Kreditkarte keine Deckung aufweist, die Geschäftsführung ihn als Kriminellen entlarvt, seine Flucht misslingt und die herbeigerufene Polizei ihn erwischt.

Zwei Jahre später. Frank wird aus der Haft entlassen. Mit nicht viel mehr als den Klamotten am Leibe, sucht der gebeutelte Ganove Zuflucht bei dem einzigen Menschen, der ihm noch geblieben ist, seinen Bruder. Peter, der ältere Spross der Familie, ist so ziemlich das absolute Gegenteil seines kleinen Bruders. Ein rechtschaffener, fast spießig korrekter Langweiler, der sich Tisch und Bett mit seiner Lebensgefährtin Marie teilt und sich als Grafiker verdingt. Reine Ehrensache, dass er Frank ohne Wenn und Aber in seiner Bude aufnimmt. Der versucht indes sein Leben neu zu ordnen und heuert bei einer Reinigungsfirma an, wo er zwar wenig aber doch wenigstens sauberes Geld verdient. Ein möglicher Neuanfang, welcher jedoch an Bedeutung verliert, als er der hübschen Frau aus der Boutique erneut begegnet. Dass Tanja als Prostituierte in einem Bordell arbeitet, tut Franks Zuneigung keinen Abbruch. Vielmehr fühlt er sich nun berufen, sie aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Dass er sich dabei seines Könnens als Betrüger bedient, liegt nahe. Ganz ohne Gewissensbisse, tut er dies doch mit nobler Gesinnung. Und auch Eigennutz treibt ihn an, denn so glücklich war er noch nie.

 

 

Mit seinem Regiedebüt hat der mehrfache Grimme-Preisträger Alexander Adolph bereits eine entlarvende Dokumentation über „Die Hochstapler“ präsentiert. Ein Interview-Film, der den Schein und das Sein von vier ehemaligen Millionenbetrügern beleuchtet. Konsequenterweise hat Adolph nun seine Arbeit an eben dieser Doku zur inhaltlichen Basis seines Spielfilmdebüts gemacht. So erzählt er nunmehr die fiktive Story eines Hochstaplers, die erneut die menschliche Seite des Betrügens preisgibt. Dabei gelingt ihm spielerisch die Balance zwischen bewegender Tragik und unterhaltsamer Komik. Eine Geschichte, die die Hauptfigur Frank als sympathischen und engagierten Menschen zeigt, der vor positiver Energie nur so strotzt und gleichermaßen als bedauernswerten Scharlatan entlarvt, der sich stets sein eigenes Grab schaufelt. Nicht zuletzt einem Devid Striesow sei es gedankt, dass er in seiner Darstellung des Trickbetrügers eben diese Gratwanderung durchweg überzeugend transportiert. An seiner Seite überzeugt Nadja Uhl als Verkörperung der Hoffnung auf ein besseres Leben, welches man dem außergewöhnlichen Paar bis zum Ende des Films von Herzen wünscht.


Drama - D - 2009 - FSK:Freigegeben ab 12 Jahren - 94 Min.

Text: Gary Rohweder / www.programmkino.de

Foto: © EIKON Media

 

Diesen Film sehen Sie ab 9. April im Kino im Schillerhof.


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