Zahl des Tages: 8 Wochen
Mindestens acht Wochen muss Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack pausieren, nach dem er am vergangenen Samstag im englischen Pokalfinale brutal gefoult wurde. Die WM wird ohne ihn stattfinden.Für diese Attacke hätte Kevin-Prince Boateng (FC Portsmouth) auf jedem Kreisliga-Sportplatz kollektiv Prügel von Fans und Mannschaftskameraden des gefoulten Spielers bezogen – der Übeltäter wurde vom Schiedsrichter jedoch nur mit der gelben Karte verwarnt.
Für nahezu das gleiche Foul, jedoch deutlich weniger brutal, sah Franck Ribéry im Champions-League-Halbfinale glatt Rot und wurde für drei Spiele gesperrt.
Was aber würde eine Sperre gegen Boateng nützen? Ballack verpasst nach diesem den Tatbestand der Körperverletzung erfüllenden brutalen Foul die WM! Es wäre die letzte Chance für den 33jährigen Mittelfeldregisseur gewesen, Weltmeister zu werden.
Die harmlose Bestrafung Boatengs mit einer gelben Karte wird (nicht nur) vom englischen Fußballverband als Tatsachenentscheidung gedeckt. Sollte Kevin-Prince Boateng jedoch in Auswertung der Fernsehbilder tatsächlich gesperrt werden, wünschte ich mir zwei Dinge:
1. Fußball-Verbände aller Welt, fahrt endlich eine einheitliche Linie! Erkennt, dass es im 3. Jahrtausend bessere Möglichkeiten gibt, als zwei Schiedsrichter-Augen zu vertrauen, die, der Schnelligkeit des Spiels geschuldet, objektiv nicht alles wahrnehmen können.
2. Und: Sperrt Spieler, die mit brutalen Fouls rücksichtslos die Gesundheit ihrer Kollegen gefährden, mindestens für den Zeitraum, bis der gefoulte Spieler vollständig genesen ist und wieder Fußball spielen kann.
Text: Jens Mende
Foto: pixelio.de
Video: xXarchieXx1









