Montag, 21 | 05 | 2012 - jenanews.de_2.1 - Gute Nachrichten für Jena.
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„Man könnte es auch anders nennen...“

Aber das „wäre nicht druckreif, also bezeichnen wir es mal als individuellen Fehler“, so FCC-Coach Sander über den Patzer von Alex Voigt, der zum 0:1 für Saarbrücken führte.

So verrückt kann ein Fußballspiel laufen: Jena, vor der Partie gegen den Tabellendritten aus Saarbrücken knietief im Abstiegskampf und selbsternannter Außenseiter, dominierte am Samstagnachmittag die Gäste in den ersten 30 Minuten deutlich und hatte mehrfach Gelegenheit, die Führung zu erzielen. Simak mit einem Freistoß aus 30 m zentral (3.), Eckardts Schuss (6.) aus 15 m halbrechts nach einem Ableger von Schmidt und der von Hähnge abgefeuerte Nachschuss blieben in der Abwehr stecken, Eckardts Hammer aus zehn Meter (9.) - doch ein Tor wollte nicht fallen.

Außer zwei harmlosen Sökler-Freistößen war von Saarbrücken in der Anfangsviertelstunde nichts zu sehen. Jena kontrollierte das Spiel, eroberte mit konsequentem Forechecking die Bälle und war besonders über die rechte Seite mit dem quicklebendigen René Eckardt gefährlich. Zwar bekamen die 4.850 Zuschauer ein passend zum Wetter eher mäßiges Spiel geboten, doch der FC Carl Zeiss Jena bemühte sich redlich um einen flüssigen Kombinationsfußball, ließ aber die herausgespielten Chancen liegen. So auch nach einem Simak-Eckball in der 27. Minute, als Landeka per Kopf nach innen verlängerte und (gefühlt) minutenlang Scheibenschießen im Gästestrafraum angesagt war. Doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie.

Und dann in der 33. Minute jene bereits eingangs erwähnte unglückliche Aktion des Kapitäns des FCC. Alex Voigt mit dem Versuch einer Kopfball-Abwehr im linken defensiven Mittelfeld. Die misslingt total, Stiefler gedankenschnell diagonal zu Gehring, der geht über links bis zur Grundlinie und flankt nach innen - dort köpft Ziemer den Ball über Berbig in die lange Ecke. Die Führung für die Gäste aus dem Nichts! Danach zerbrach der FCC, brachte kaum noch konstruktives zustande und ging – obwohl bis dahin 30 Minuten lang das dominierende Team - mit einem 0:1 in die Kabine. Jenas Trainer Petrik Sander stinksauer: „So darf man keine Tore herschenken! Wir sind dominant, vergeben aber überhastet unsere Chancen und machen dem Gegner dann dieses Geschenk!“

Nach dem Seitenwechsel bemühte sich Jena dort anzuknüpfen, wo nach dem Saarbrücker Führungstor der Bruch im Spiel erfolgte. Doch außer einem Simak-Freistoß in der 47. Minute gelang den Hausherren zunächst nicht viel. Wie auch? Zu tief steckte die Verunsicherung in den Köpfen der Zeiss-Spieler, zudem sorgte der tiefe Platz ab der 60. Minute für schwere Beine. Und gerade, als sich die Hausherren wieder aufmachten, sich gegen die Niederlage zu stemmen und den Ausgleich zu erzwingen, läuft die Sander-Truppe in einen Konter, den Ullmann im Mittelfeld mit einem Foul unterbindet. Für Schiedsrichter Valentin glatt rot – Jena ab der 64. Minute in Unterzahl. Doch die Truppe bewies Moral, marschierte weiter und kam zu Chancen über Hähnge (66., 69.) und Ralf Schmidt (71.).

Zwölf Minuten vor Schluss dann doch noch der erlösende Ausgleich: Neuzugang Becken mit einem gut getimten Ball aus dem Halbfeld in den Gästestrafraum, dort verwertet der nur sieben Minuten zuvor eingewechselte Nils Pichinot mit einer sehenswerten Direktabnahme aus Nahdistanz – mit aller Gewalt hinein in die Maschen des Saarbrücker Gehäuses, sehr zur Freude des Jenaer Anhangs, dem Sander ein großes Kompliment aussprach: „Das Publikum war sensationell.“ Wer bei diesem „Wetter ins Stadion geht“, habe eine Entschädigung verdient. Die ist dieser eine Punkt allemal, doch was er wert ist, wird sich wohl erst am letzten Spieltag zeigen.
Für die kommenden Heimspiele gilt, wer auch immer in der Rückrunde dieser Saison im Ernst-Abbe-Sportfeld als Gegner des FC Carl Zeiss Jena aufläuft, er muss bezwungen werden, wenn die Mission Klassenerhalt ein glückliches Ende nehmen soll. Unentschieden wie das gegen den 1. FC Saarbrücken helfen nicht wirklich weiter, auch wenn es mit viel Herzblut erzwungen wurde.

Text: Jens Mende
Foto: © FC Carl Zeiss Jena

Tore:
0:1 Ziemer (33.)
1:1 Pichinot (78.)

FC Carl Zeiss Jena: 30 Berbig, 3 Voigt ( C ), 5 Zickert (46. Becken), 7 Landeka, 8 R. Schmidt, 9 Eckardt, 11 Hähnge, 15 Boskovic (71. Pichinot), 19 Simak (68. T. Schmidt), 22 Miatke, 23 Ullmann
1. FC Saarbrücken: 1 Marina, 4 Gehring, 5 Forkel, 6 Eggert, 7 Sökler (82. Salifou), 10 Laux, 15 Pazurek, 18 Sieger ( C ), 19 Lerandy, 22 Stiefler, 38 Ziemer (73. Wurtz)

Schiedsrichter: Karl Valentin (Taufkirchen)
Assistenten: Dr. Michael Völk, Daniel Schlager

Zuschauer: 4.580
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