FC Carl Zeiss Jena: Van Eck löst Fascher ab
Seit Freitagnachmittag ist es offiziell: Der FC Carl Zeiss Jena trennt sich von Marc Fascher und holt mit René van Eck den Ende März entlassenen Chefcoach zurück.
An sich sind Trainerwechsel beim FC Carl Zeiss Jena nichts besonderes. Doch der am Freitagnachmittag bekannt gegebene Austausch hat es in sich: Marc Fascher, der den im März entlassenen René van Eck beerbte und mit den Blau-Gelb-Weißen in Sandhausen in letzter Minute den Klassenerhalt sicherte, wird ersetzt durch eben jenen Holländer van Eck, der die Mannschaft noch bis zur Winterpause stabilisierte, dann jedoch nach einer heftigen Niederlagenserie den Cheftrainer-Posten in Jena räumen musste.
Nun ist van Eck also zurück im Paradies. Damit ließ FCC-Präsident Peter Schreiber seiner Ankündigung nach dem Spiel in Sandhausen Taten folgen, wollte er doch nach einer schonungslosen Analyse einer „völlig verkorksten Saison“ Bedingungen schaffen, die den FC Carl Zeiss Jena zurück in die Erfolgsspur bringen.
Neben der Entscheidung pro van Eck verkündete Peter Schreiber weitere wichtige Personalien, die während der Aufsichtsratssitzung am späten Donnerstag fielen: Bernd Schneider, Jenaer Urgestein und zur Zeit noch in Diensten des Bundesligisten Bayer Leverkusen, steht ab sofort als persönlicher Berater des Präsidenten in sportlichen Angelegenheiten zur Verfügung. Nach Ablauf seines Vertrages im Juni 2010 will er nach Jena zurückkehren und könnte dann in seinem Heimatverein eine verantwortliche Position übernehmen.
Und Jenas Ex-Stürmer Thomas Vogel bringt als neu berufenes Präsidiumsmitglied weiteren dringend benötigten Fußball-Sachverstand in die Entscheidungsstrukturen des Thüringer Traditionsvereins. Aufsichtsratsvorsitzender Michael Meier steht ab sofort als Vizepräsident Peter Schreiber zur Seite. Der Vertrag Carsten Linkes als Geschäftsführer behält seine Gültigkeit bis zum Sommer 2010.
„Nach den getroffenen personellen Veränderungen in der Vereinsführung geht es jetzt primär darum, eine starke Mannschaft für die neue Saison aufzubauen“, so Peter Schreiber. Ein Saisonziel wollte der Präsident jedoch nicht formulieren. „Erst müssen wir sehen, welches Team wir zur Verfügung haben, dann sehen wir weiter.“
Wie Marc Fascher seine Freistellung aufnahm, wurde nicht bekannt. Schreiber: „Unser Ziel war der Klassenerhalt und den hat uns Marc mit seiner Arbeit gesichert. Dafür danken wir ihm sehr. Aber es wäre nicht richtig gewesen, mit ihm in die neue Saison zu gehen. Diese Entscheidung wurde durch das Dienstagspiel erhärtet.“ (Anm. d. Red.: Jena verlor nach einer 2:0-Führung das Pokalfinale gegen Erfurt mit 2:3.)
Ob die Entscheidung für den Trainerwechsel auch bei einem gewonnenen Thüringen-Pokalfinale in dieser Form gefallen wäre, ließ Peter Schreiber offen.
Mit dem Klassenerhalt verlängerte sich Faschers Vertrag um ein Jahr bis Juni 2010. Zunächst sei der Hamburger vom Verein freigestellt, man wolle aber in den nächsten Wochen Gespräche mit ihm führen und eine einvernehmliche Lösung finden, so dass Marc Fascher nicht für die komplette Vertragslaufzeit auf der Gehaltsliste des FCC stehen wird.
An René van Eck indes scheiden sich die Geister. Die einen loben sein Konzept und bestärken ihn darin, zunächst hinten dicht zu machen, den anderen ist sein Spielsystem mit nur einem Stürmer zu defensiv; das Jenaer Publikum will Tore sehen und dies am liebsten von der eigenen Elf.
Zum Spielsystem des neuen alten Trainers äußert sich Thomas Vogel: „Meine persönliche Einschätzung als ehemaliger Stürmer spielt keine Rolle. René hat unsere Fragen zufriedenstellend beantwortet und er hat einen sehr ehrlichen Eindruck hinterlassen. Ich glaube, er ist 100%ig der Richtige für diese Aufgabe. Und kein Spielsystem ist unveränderlich. Jetzt muss eine Mannschaft aufgebaut werden, die verschiedene Systeme spielen kann.“ Und Peter Schreiber ergänzt: „René passt zu unserer Philosophie, also haben wir seine Freistellung aufgehoben. Gemeinsam mit Assistenztrainer Mark Zimmermann wird er die Mannschaft in der neuen Saison betreuen.“
Für van Eck spricht laut FCC-Präsident die geleistete Arbeit vor der Winterpause der abgelaufenen Saison. Der Holländer holte 20 Punkte und festigte die Defensive des Zeiss-Teams.
„Der Verlauf nach der Winterpause war unglücklich“, schätzt Schreiber ein. „Es gab störende Faktoren, die wir damals zwar erkannten, aber nicht beseitigen konnten. Mit Stefan Lehmann ist jetzt ein großer Reibungspunkt entfernt; nun sollte Ruhe einkehren.“
Auf den Absturz nach der Winterpause angesprochen, sagt Peter Schreiber: „ Wir haben einige Fehlentscheidungen in der Winterpause getroffen, aber die sportliche Qualität des Trainers stand nicht in Frage.“

Spieler wie Salvatore Amirante und André Schembri, die unter van Eck selten zum Einsatz kamen und daher mit ihrer Situation unzufrieden waren, könnten für neuen Zündstoff sorgen. Doch diese Gefahr sieht Thomas Vogel nicht: „Das oberste Ziel ist ein leistungsfähiger Kader. Die Befindlichkeiten einzelner Spieler müssen sich, wenn wir mittelfristig wieder Erfolg haben wollen, dem Gesamtziel unterordnen.“
Bei der Verkündung der Entlassung van Ecks Ende März noch beklagte sich Peter Schreiber über die Berichterstattung der Jenaer Medien. Am Freitagnachmittag korrigierte sich der Präsident: „Ich habe seit meiner Amtsübernahme einiges dazu gelernt und weiß, dass man es nie allen recht machen kann. Aber es geht um den Verein, wir müssen dafür sorgen, dass es dem Verein gut geht und wir erfolgreich sind. Alte Jenaer Tugenden müssen neu belebt werden, der unbedingte Wille, bis zum Abpfiff zu kämpfen, gehört dazu. Wir müssen erkennen, dass wir alle in einem Boot sitzen und auch lernen, Ruhe zu bewahren, wenn die See stürmisch wird.“
Bei der Verkündung der Entlassung van Ecks Ende März noch beklagte sich Peter Schreiber über die Berichterstattung der Jenaer Medien. Am Freitagnachmittag korrigierte sich der Präsident: „Ich habe seit meiner Amtsübernahme einiges dazu gelernt und weiß, dass man es nie allen recht machen kann. Aber es geht um den Verein, wir müssen dafür sorgen, dass es dem Verein gut geht und wir erfolgreich sind. Alte Jenaer Tugenden müssen neu belebt werden, der unbedingte Wille, bis zum Abpfiff zu kämpfen, gehört dazu. Wir müssen erkennen, dass wir alle in einem Boot sitzen und auch lernen, Ruhe zu bewahren, wenn die See stürmisch wird.“
Text: Jens Mende
Fotos: Markus Kämmerer, happyarts.de










Kommentare
oje, es wird immer schlimmer mit dem FCC, soviel Unsinn wie von Schreiber habe ich schon lange nicht mehr gehört. Und Vogel… was für die Thüringenliga, das wird erst recht nichts. Ich prophezeie Abstieg oder höchstens unteres Mittelmaß. Schade, dass erneut keine Professionalität einkehrt. Zitieren
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