Montag, 21 | 05 | 2012 - jenanews.de_2.1 - Gute Nachrichten für Jena.
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Statement der aspekte-Redaktion

Die Redaktion des ZDF-Formats "aspekte" legt in einem auf Facebook veröffentlichten Statement ihren Standpunkt zum in Jena mit großer Entrüstung aufgenommenen Beitrag mit dem Schriftsteller Steven Uhly dar.

Liebe Zuschauer,
vielen Dank für Ihre Zuschrift zu unserer Sendung vom 18.11.

Wir bedauern, dass unser Beitrag Sie so sehr empört hat. Wir hatten nicht die Absicht „den Osten“ und die Stadt Jena pauschal zu verurteilen. Allerdings halten wir es für journalistisch vertretbar, dass wir dem Schriftsteller Steven Uhly, der sich wie viele andere Bürger auch in den östlichen Bundesländern von manifester Fremdenfeindlichkeit und rassistischen Pöbeleien bedroht fühlt, ein Forum gegeben haben. Seine Angstgefühl mag höchst subjektiv sein, ist aber deswegen nicht weniger legitim. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, einem Interviewpartner die Meinung einer Redaktion in den Mund zu legen.

Nach der Entdeckung eines rechtsterroristischen Netzwerks, das zehn Menschen ermordet hat, haben wir Uhly Gelegenheit gegeben, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Mit diesen Ängsten steht er als Bürger mit ausländischen Wurzeln keineswegs allein da. Dass es in Jena viele Menschen gibt, die sich seit Jahren, wie Pfarrer König, im Kampf gegen die rechte Szene engagieren, hat unser Beitrag deutlich gezeigt. Aber gerade er und der Aussteiger Uwe Luthardt bestätigen die Existenz einer gewissen Fremdenfeindlichkeit, also genau den Grund für die Angst von Steven Uhly. Auch der kurdische Imbissbesitzer, bei dem sich Luthardt und Uhly trafen, wollte nicht vor die Kamera. Er habe Angst sich das Geschäft zu verderben, erklärte er seine Ablehnung.

Noch immer gibt es in der Universitätsstadt Jena den berühmt berüchtigten Nazitreffpunkt das „Braune Haus“, das zwar zur Zeit aus baurechtlichen Gründen geschlossen ist, dessen Garten aber immer noch für rechtsextreme Versammlungen genutzt wird. Von den 156 Menschen, die seit 1990 bei rechtsextremistischen Übergriffen zu Tode kamen, ist die Hälfte im Osten ermordet worden. Wenn man diese Zahl ins Verhältnis zu den Einwohnerzahlen der alten und neuen Bundesländer setzt, dann stellt man fest, dass die Zahl der Übergriffe in den neuen Bundesländern signifikant, nämlich fünfmal höher liegt. Zwar sind die rechten Gewalttaten mit Todesfolge glücklicherweise rückläufig, aber die ostdeutschen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt berichten, dass sich die Zahl rechter Übergriffe seit Jahren auf einem skandalös hohen Niveau bewegt.

Wenn unser Beitrag Ihrer Meinung nach die Auseinandersetzung mit dem Problem des Rechtsextremismus nicht gefördert hat, tut uns das leid. Wir können Ihnen aber versichern, dass wir an diesem sensiblen Thema dran bleiben.

Mit freundlichen Grüßen, Anna Riek, Redaktion aspekte


(jenanews.de)
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Kommentare  

 
+1 #11 Björn S. 2011-11-27 18:55 Das ist ein absolut schwaches Statement. Zumahl es nichtmal im Ansatz auf die Empörung der Bürger von Jena eingeht. Es ist nur die Rede von Rechten im Osten, aber es trifft nicht den Kern dessen, über dass sich die Menschen ind Jena beschweren. Eine Entschuldigung und das Zugeben, dass sie eindeutig mit diesem Beitrag versagt haben ist das Mindeste, dass ich fordere. Ich wohn noch nicht lang in Jena, aber das hat mich doch trotzdem schwer verärgert. Zitieren
 
 
+1 #10 der 2011-11-26 22:32 Es nervt im Jahr 2011 sich wiedermal mit solch dummen Themen auseinander zu setzen.Der neunmalkluge Wessi fühlt sich in seiner Meinung bestätigt, durch diesen schlechten Beitrag vom ZDF.Ich komme auch aus Jena und bin stolz auf meine Stadt.Idiologien im Kopf von einzelner Menschen,kann man nicht einer Region überstülpen oder gilt seit neusten Österreich als Naziland weil ein gewisser Herr Hitler aus diesen Land stammt. Zitieren
 
 
+3 #9 Christian S. 2011-11-25 13:32 Wie weit muss man kommen um den schwachen Rating der TV-Sendungen zu erhöhen? Kluge Leute wollen informiert werden und nicht sich diesen Schrott immer wieder ansehen müssen. Bekommt ZDF auch eine Kommision durch die Werbung für das Buch von Herrn Uhly? Zitieren
 
 
+5 #8 Hollister 2011-11-25 00:07 Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich glatt behaupten, dass ZDF hat außerhalb der Werbezeiten einen neuen Weg gesucht, das Buch eines viertklassigen Autors zu promoten.
Und nur weil diese drei Neonazis in Jena geboren wurden, wird Jena als Stadt des braunen Gedankengutes verunglimpft - liebes Freunde des deutsche Staats- und Bildungsfernsehens, Himmler wurde in München und Goebbels in Mönchengladbach geboren…
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+3 #7 Maik 2011-11-24 23:30 Könnt Ihr euch noch erinnern, wo vor ein paar Jahren die sogenannten "Schläfer" der Al-Kaida entdeckt wurden? In (und ich mag den Ausdruck nicht) Westdeuschtland! Fazit: im Osten leben Nazis und im Westen Terroristen!
Ich könnte doch glatt beim ZDF als Journalist anfangen. Aber nein danke!

Der Bericht war eine bodenlose Frechheit und die Stellungnahme setzt dem noch einen oben drauf!
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+6 #6 Sarah 2011-11-24 22:27 Ich habe Angst mich im Westen als Ossi zu outen, weil ich dort stets befürchte als rechts, unterpriviligiert und Sozialhilfe-abhängig stigmatisiert zu werden.

Gibt das ZDF mir eine Plattform um meine generaliserte Angststörung in die Welt zu tragen?

Ich befürchte außerdem, dass Mikrowellen Hirntumore verusachen. Berechtigt mich das zu einer deutschlandweiten Hetzkampange gegen Mikrowellen?
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+4 #5 tante inge 2011-11-24 21:22 ganz ehrlich…aber der herr uhly is ja sowas von beschränkt…ich glaub nich dass er in OSTDEUTSCHLAND noch irgendein buch verkauft…wie doof muss, wenn denn sein, sich so darstellen zu lassen… Zitieren
 
 
+7 #4 Christoph Siering 2011-11-24 20:55 Es hat leider, entgegen der "Aspekte-Darstellung", für die Zuschauer den Anschein als würde Herr Uhly die Meinung der Redaktion, und somit auch des ZDF, vertreten. Ich selbst habe meinen Lebensmittelpunkt seit einiger Zeit in Jena und widerspreche Herrn Uhly vehement. Ein Land wie Deutschland auf eine solche Art und Weise in Misskredit zu bringen, ist meiner Meinung nach mehr als fahrlässig. Schon die Aussage, seine Meinung über den "Osten" hätte sich während seines Aufenthaltes nicht geändert, beweist für mich und viele Andere, dass er sich nicht wirklich mit der Region beschäftigt hat. Ich wünsche Herrn Uhly viel Erfolg bei dem Verkauf seines Buches, denn darum ging es Ihm wohl in erster Linie. Zitieren
 
 
+4 #3 Timo R. 2011-11-24 20:26 Unfassbar diese Angstmacherei des ZDF.
Wenn man den Bericht als neutralen Zuschauer anschaut, bekommt man die Meinung aufgebrummt, dass der Osten bzw. Jena eine Stadt voller Nazis ist und man sich abends nicht mehr auf die Straße trauen kann. Dass Rechtsextremismus schlecht ist und bekämpft werden sollte, weiß man, liebes ZDF,aber hier wird wieder nur eine Panik verursacht und der Osten vom Westen getrennt, obwohl eigentlich endgültig alles zusammengehören sollte, vorallem in den Köpfen der Menschen.
Und das ist auch anhand der Zahlen unverständlich: 150 Morde in über 21Jahren, da sind wahrscheinlich mehr Leute in der Dusche ausgeruscht und gestorben, darüber hinaus sind die Zahlen auch rückläufig. Es ist ja schön und gut, dass man was dagegen tun soll, aber eine solche Berichterstattung geht nicht.
Ich wohne seit einem Jahr in Jena und habe noch nie einen offensichtlichen Nazi gesehen, nichtmal eine kleine Schlägerei, im Gegensatz zu anderen Städten, wo es an der Tagesordnung ist.
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+5 #2 markus w. 2011-11-24 19:15 Es ist doch erstmal total bescheuert jetzt noch zwischen Ost- und Westdeutschland einen Unterschied zu machen ES GIBT KEINE MAUER MEHR nur noch in einigen dummen Köpfen und diese leben wahrscheinlich immer noch mit der Mauer im Kopf zwischen rechter und linker Gehirnhälfte es ist ein Land und wenn man einen Bericht ausstrahlt der von Anfang an mit Vorurteilen begann ist eine Entschuldigung auch nur eins und zwar gelogen sie haben genau das erzielen wollen um den oben genannten Leuten ihr Recht zu geben Zitieren
 

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