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Erweiterung der klimatologischen Messstation der Fachhochschule Jena

Regen, Schnee, Temperaturen, Luftdruck: alle relevanten Wetterdaten werden seit über zehn Jahren an der Fachhochschule Jena gesammelt. Für die Erfassung und Auswertung von Wetterdaten sind zehn Jahre jedoch ein relativ kurzer Zeitraum , wie Dr. Michael Kaufmann, neuer Professor für Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik im Fachbereich Maschinenbau, heute erläuterte. Jedoch können Prof. Kaufmann und sein „Wetterteam“, Bernhard Kühn und Michael Möhwald (ebenfalls Fachbereich Maschinenbau), auf eine beeindruckende Stationsgeschichte, moderne Technik und natürlich auf zahlreiche Anfragen bezüglich Wetter und Klima verweisen.

Im Sommer 1999 wurde die klimatologische Messstation der FH Jena durch das Fachgebiet Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik im Fachbereich Maschinenbau errichtet. Seit dem 1. Juli 1999 werden kontinuierlich alle 10 Minuten Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Niederschlag, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und Windrichtung sowie Globalstrahlung registriert. Das Archiv umfasst inzwischen 10 komplette Jahre mit einer halben Million Datensätze.



Seit 2005 wird auch die UV-Strahlung erfasst. Dabei werden die Anteile UV A und UV B über einen aktiven Wandler getrennt ausgewertet. Für die biologische Wirksamkeit ist vor allem der kurzwellige Anteil UV B (265 bis 315 nm) relevant. Am Jahresende 2009 wurde die Messstation um einen Sensor für Sichtweite und aktuelles Wetter (Present Weather Detector, PWD 22, Firma Vaisala) erweitert. Dieses Gerät bestimmt mittels Vorwärtsstreuung die Lufttrübung, Nebel u.a. und gibt eine entsprechende Sichtweite an. Für die Analyse des Luftvolumens unterhalb des Sensors werden Infrarotimpulse gesendet und empfangen. Des Weiteren enthält der PWD 22 einen Temperatursensor sowie einen kapazitiven Regensensor.


Prof. Dr. Michael Kaufmann, neu berufen für Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik im Fachbereich Maschinenbau der FH Jena, am PWD 22

Die Ergebnisse aller drei Messungen werden durch komplexe Algorithmen zu präzisen Aussagen zum aktuellen Wetter kombiniert. Ausgegeben wird ein zweistelliger Zahlencode, der die aktuelle Wettersituation nach WMO-Tabelle 4680 beschreibt. Wenn keine Art von Trübung oder Niederschlag erkannt wird gibt der Detektor den Wert 0 aus. Mit dem Wert 20 wird beispielsweise Nebel beschrieben, 61 bedeutet leichter Regen 87 hingegen starker Schneeschauer. Dazwischen liegen Werte für leichten Niesel, gefrorenen Regen usw. Im Straßenverkehr werden ähnliche Geräte verwendet, um gefährliche Situationen zu erkennen. Interessant ist vor allem, dass mit dem PWD 22 in Zukunft flüssige und feste Niederschläge unterschieden werden können. Der klassische Regensensor kann dies nicht. Schnee wird dort geschmolzen und als Niederschlag in mm ohne Differenzierung gezählt. Seit dem 11. März 2010 werden auch die erweiterten Daten auf der Webseite der Station veröffentlicht, u.a. die Werte des UV-Sensors und des PWD 22.

(jenanews.de)
Foto: Burckhardt
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