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KulturArena am Donnerstag: Curtis Stigers

Sein erstes Album kletterte auf Anhieb bis an die Spitze der Charts. Das war 1991. Am Donnerstagabend gastierte Curtis Stigers in der Jenaer KulturArena und ließ es ordentlich swingen.


Nach dem ersten Titel legt er seine Uhr ab, bedankt sich für die Einladung in die KulturArena und setzt unvermittelt dort ein, wo einst Georg Kranz mit seinem legendären Trommeltanz aufhörte. Leider unterbricht ihn eine anfliegende Wespe – aber egal, Mr. Stigers’ Repertoire ist damit längst noch nicht erschöpft. So erklingt „You're All That Matters To Me“, von den echten Fans beim zweiten Akkord erkannt und von da an weht ein Hauch vom Chicago der späten 50er durch die Arena. Stigers ist Entertainer durch und durch – Sinatra hätte seinen Job vermutlich nicht besser gemacht an diesem Abend.

Curtis Stigers sagt von sich selbst, er sei ein Jazz-Sänger. „Vielleicht glaubt ihr das nicht, wenn ihr euch nur an das erinnert, was ihr von mir aus den 90ern kennt“, murmelt er ins Mikrophon und lächelt verschmitzt von der Bühne. Nun ja, damals waren die Haare deutlich länger, doch auch jetzt – so befindet die Mehrheit der am Abend anwesenden weiblichen Fans – ist er mit seiner Kurzhaarfrisur und den grauen Schläfen interessant anzusehen.

Im Studio muss es ein gutes Arbeiten mit ihm sein. Scheinbar mühelos trifft er die Töne, spielt souverän mit den Oktaven und lässt seine Stimme zum Instrument werden. Er interpretiert Songs aus der Feder von Bob Dylan, John Lennon und Elvis Presley (um nur einige zu nennen) und verleiht weltbekannten Stücken seinen ganz eigenen Flair. Allein schon, um „Jealous Guy“ in der Version des Curtis Stigers zu hören, hat sich das Kommen gelohnt.

Und Apropos Instrument: Wenn Stigers zum Saxophon greift, wird es beinahe intim. Mit geschlossenen Augen bewegt er sich wie im Tanz auf der Bühne; streichelt das Saxophon und entlockt ihm Töne, die er ebenso gut auch mit seiner Stimme erzeugen könnte: erdig, rauchig, sauber.

„Ein guter Song ist ein guter Song“, sagt Stigers, und dann sei es egal, welchem Genre das Stück zuzuordnen sei. Die Grenzen zwischen Blues, Jazz und Soul zerfließen, sobald sich Stigers an die Arrangements der ganz großen Helden der Musikgeschichte der letzten 50 Jahre setzt. Tom Waits, Annie Lennox (Curtis Stigers: „Sie spielt in einem Duo, aber eigentlich braucht sie den anderen Typen gar nicht...“), Van Morrisson – und bei keinem dieser großartigen Titel hat man das Gefühl, Stigers sei ihnen nicht gewachsen.

Mit „I Wonder Why“ spielt er dann – Dämmerung umhüllt die rund 2.000 Zuschauer – seinen größten Erfolg. Inzwischen haben sich auch die Wespen schlafen gelegt - und zu welchem Song ließe es sich wohl besser - beruhigter, behüteter - einschlafen als zu diesem? Noch dazu, wenn es von Curtis Stigers persönlich dargeboten wird.

Fotogalerie: Curtis Stigers in der Jenaer KulturArena.

Text: Jens Mende
Fotos: Markus Kämmerer, happyarts.de

Besetzung:
Curtis Stigers - Saxophon, Gesang
Matthew Fries - Piano
Cliff Schmidt - Bass
Keith Hall - Schlagzeug

 


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