KulturArena am Freitag: Roberto Fonseca
Ein Hauch von Karibik wehte am Freitagabend durch die Jenaer KulturArena. Mit dabei rund 1.800 Besucher, die zu entspannten Klängen die Woche ausklingen ließen.
Was Roberto Fonseca am Flügel abliefert, bekommen manch andere Musiker mit programmierbaren Sequenzern nicht hin. Und falls doch, dann fehlt es an der Seele, die der Mann aus Kuba in sein Spiel legt. Und wie verschmitzt er dabei ins Publikum lächelt! So als wolle er sagen, ich kann nichts dafür, das machen meine Finger von ganz allein. Fast scheint es, als würde Fonseca mit vier Händen über die Tastatur jagen.
Um das Format des Roberto Fonseca in Worte zu fassen, ein Zitat aus dem Pressetext der KulturArena: „Als 2001 Rubén Gonzáles seinen Rückzug aus der Allstar-Formation des Orchesters Ibrahim Ferrers bekannt gab, da erschien eine Nachfolgeregelung ähnlich schwierig wie die Wahl eines neuen Papstes. Denn Gonzáles repräsentierte immerhin über 50 Jahre Musiktradition. Doch dann, das Land erstarrte in Schrecken und Freude, präsentierte man einen 26jährigen Jungspund, der eher aussah wie ein amerikanischer Rapper, als neuen König. Auftritt Roberto Fonseca. Das sollte einmal bei einer Papstwahl passieren.“
Fonseca harmoniert perfekt mit seinen Bandkollegen, spielt sich mit Javier Zalba (Saxophon) die Bälle zu und dann wird es Zeit für atemberaubende Improvisationen, die so virtuos dargeboten werden, dass sich dem Publikum kollektiv eine Frage stellt: Wie machen die das nur?
Man muss die Musik lieben, um sie so wie Fonseca spielen zu können. Sicher, das bekäme man mit Computern auch hin, doch klänge es dann nicht mehr so warm. Und genau jene Wärme war es, die noch lange nach dem letzten Akkord über dem Theatervorplatz zu schweben schien. Und genau dafür braucht es Musiker wie Fonseca und Kollegen.
Text: Jens Mende
Fotos: Markus Kämmerer, happyarts.de

















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