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Nach der KulturArena ist vor der KulturArena

2007
jenanews.de traf sich mit Frau Dr. Margret Franz, Werkleiterin von JenaKultur, unter deren Regie das Kulturfestival in diesem Jahr seine 15. Auflage erlebte. An Saison Nr. 16 wird bereits gearbeitet...
Frau Dr. Franz, die 15. KulturArena ging vor drei Wochen zu Ende. Mit ein wenig Abstand betrachtet: Wie fällt Ihr Fazit der diesjährigen Arena-Saison aus?
Trotz der schlechten Witterung konnten wir eine Steigerung der Besucherzahlen registrieren. Das freut uns, denn es ist Ausdruck des Vertrauens des Arena-Publikums in unsere Programmauswahl, schließlich verfügte ein Großteil der von uns nach Jena geholten Künstler noch nicht über einen so hohen Bekanntheitsgrad. Auch aus finanzieller Sicht sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Wir haben die Vorgaben erreicht, so dass auch im nächsten Jahr die Tickets erschwinglich bleiben und wir auf eine Erhöhung der Eintrittspreise verzichten können. Alles in allem also bin ich sehr zufrieden.

Nach welchen Kriterien werden die einzuladenden Künstler ausgewählt?
Zunächst haben wir eine Wunschliste mit über 100 Künstlern, die wir gern einmal auf die Arena-Bühne holen möchten. Nach Abgleich mit den Tourneedaten der jeweiligen Künstler kristallisiert sich schnell heraus, wer im Arena-Zeitraum verfügbar ist. Natürlich spielen dabei auch die Kosten eine gewisse selektive Rolle. Entscheidend ist aber auch, was die Bands qualitativ anzubieten haben. Zum Beispiel überraschte der Bajofondo Tango Club das Jenaer Publikum mit seiner modernen Instrumentierung eines traditionellen Musikstils. Polarisiert haben auch Scala & Kolaczny-Brothers. Wir sehen das als Bereicherung des Arena-Spektrums. Schließlich ist der Anspruch des Publikums recht hoch und dem wollen bei unseren Programmplanungen Rechnung tragen.

Welche Probleme ergaben sich bisher bei der Durchführung der KulturArena?
Im Jahr 2002 hatten wir große Schwierigkeiten, einige Bands nach Jena zu holen. Obwohl nicht unmittelbar betroffen, verhinderte das Hochwasser von Elbe und Oder die Anreise mancher Künstler. Eine englische Band stand bei Köln im Stau, die Autobahn Richtung Osten war von Hilfskonvois blockiert, da ging gar nichts mehr. Dann wieder konnten Besucher aus dem Altenburger Raum wegen einer Brückensperrung nicht zur Veranstaltung gelangen – die Tickets wurden natürlich erstattet.

Wie ist die Reaktion der Künstler auf die Einladung nach Jena? Gelten wir bei einigen Managements als Provinzstadt?
Die Reaktionen auf unsere Anfragen sind unterschiedlich. Zunächst haben die Städte in Ostdeutschland noch immer unter dem Klischee zu leiden, die vorherrschende Farbe sei grau und da ist nicht viel los. Inzwischen aber hat sich unter vielen Künstlern durchaus Jenas guter Ruf herum gesprochen, zu dem wir mit der KulturArena auch beigetragen haben.

Viele KulturArena-Besucher warten auf den ganz großen Namen. Wäre es möglich, einen Top-Act nach Jena holen und evtl. die Wiese im Paradies oder das Ernst-Abbe-Sportfeld als Arena-Veranstaltungsort nutzen?
Das hätten wir auch gern. Aber im Paradies können wir keine Großveranstaltung durchführen, da der Park sowohl unter Naturschutz als auch unter Denkmalschutz steht. Außerdem verfügt das Areal nicht über die erforderlichen Rettungswege, da es von Bahngleisen und der Saale eingekesselt wird. Das Stadion wäre da schon eher geeignet, aber mehr als 15.000 Zuschauer sollte die Veranstaltung auch nicht fassen, weil wir dann logistische Probleme bekommen, mit denen auch der FC Carl Zeiss Jena zu kämpfen hat. Und dann stehen wir vor dem nächsten Problem: Warum soll ein Topstar nach Jena kommen und vor 15.000 Zuschauern auftreten, wenn er in Leipzig auf der Festwiese vor 80.000 Menschen spielen kann? Mal ganz abgesehen davon, dass sich dann auch die Gage entsprechend erhöht...

Welche Band würden Sie gern nach Jena holen, unabhängig davon, ob es sich realisieren ließe?
Die fantastischen Vier (lächelt).

Wann beginnen die Planungen für die Kulturarena 2008? Wieviele Mitarbeiter sind an der Produktion einer KulturArena-Saison beteiligt?
Eigentlich hat man nach Abschluss der KulturArena bereits die kommende Saison im Hinterkopf und beginnt zu planen. Der Startschuss fällt dann Ende des Jahres, wenn die Tourneepläne der Künstler feststehen. Der Schwerpunkt der KulturArena 2008 wird auf Osteuropa liegen. Wir möchten Vertreter der Musikszene der jungen baltischen Staaten nach Jena holen. Außerdem sind wir sehr an der Verpflichtung von An Pierlè und Camille interessiert.
Zum zweiten Teil der Frage: Insgesamt arbeiten rund 50 Leute an der Vorbereitung und Durchführung einer Arena-Saison – Querbeet vom Techniker über die Security, den Presseservice und die gastronomische Betreuung der Arena-Besucher bis hin zum Klavierstimmer.

JenaKultur nutzt die bundesweiten Auftritte der POM baskets und des FF USV zur Promotion der Stadt der Wissenschaft 2008. Wird es über 2008 hinaus ein Engagement von JenaKultur geben?
Als feststand, dass unsere Stadt 2008 den Titel Stadt der Wissenschaft tragen wird, haben wir nach geeigneten Partnern gesucht, mit denen wir Jena als eine junge, flexible und dynamische Stadt nach außen darstellen können. Kultur, Sport und Wissenschaft bilden in Jena eine Einheit und der Sport spricht genau jene Zielgruppen an, die wir erreichen wollen. Die POM baskets spielen in vielen Unistädten und wir möchten künftige Studenten auf Jena aufmerksam machen - da liegt es nahe, mit den baskets zusammen zu arbeiten. Basketball ist im Universitätssport sehr beliebt - da schließt sich der Kreis. Ähnlich verhält es sich mit dem Frauenfußball.
Wir verfügen in Jena über eine tolle Bildungslandschaft. Hier kann man nicht nur gut forschen und studieren, sondern auch gut leben. Junge Familien finden hier ein gutes Umfeld und das wollen wir über den Sport bundesweit bekannt machen. Aber Imagewerbung funktioniert nur, wenn sie nachhaltig betrieben wird. Von daher ist absehbar, dass unser Engagement auch über 2008 hinaus gehen wird.

Das Gespräch mit Frau Dr. Franz führten Conny Ackermann und Jens Mende.

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