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Mach's gut, Du dumme große Liebe

Es gibt Abende, an denen könnte ich elend-traurige Texte verfassen. Einen solchen Moment erlebte ich am Freitagabend in der Jenaer KulturArena.


Deshalb möchte ich Sie auch warnen: Besuchen Sie nie ein Konzert der “Element Of Crime” in emotional angeschlagenem Zustand. Das Gefühl von fünf Tonnen Beton im Magen wird sich potenzieren, je länger die Band auf der Bühne steht und ihre Lieder spielt. “Im Himmel ist kein Platz mehr für uns zwei” – mach’s gut, Du dumme große Liebe, es läuft ja eh’ immer nur auf enttäuschte Gefühle hinaus.

Die vier Jungs singen vom “Seufzer in der Nacht”, singen von nicht erfüllten Hoffnungen, von Sehnsüchten, die jeder von uns kennt und – das eigentlich Traurige ist -– wie im wahren Leben, so fehlt es auch bei den Songs von “Element Of Crime” am Happy End.

Woran also glauben? “Element Of Crime” machen nicht wirklich Mut. Und dennoch macht es Spaß, der Band zuzuhören. Handwerklich perfekt spielen sie ihre Songs und wer mag, kann in seinem Seelenleid baden. Wieviel der 3.000 Zuschauer der KulturArena dieses Bad am Freitagabend nahmen, wird wohl nicht zu klären sein. Ich aber gehörte zu denen, die über die Boje hinausschwammen und rettungslos versanken in der Melancholie der Songs der vier Wahlberliner.

Was macht die Musik von “Element Of Crime” so unverwechselbar? Es ist diese Bitternis, diese Wehmut, diese Verletzbarkeit sowohl in den Melodien als auch in den Texten. Man leidet mit beim Zuhören, wenn man, wie am Anfang erwähnt, emotional angeschlagen ist. Und dann stellen sich all die großen Gefühle plötzlich wie von selbst in Frage. Glaubwürdiges wird zweifelhaft, Klares wird undurchsichtig, selbst wenn man bis über beide Ohren verliebt in den Klangstrom der “Element Of Crime” gerät. A

uch die äußeren Bedingungen passen zum Auftritt der Band aus Berlin. Ein wolkenverhangener Himmel droht mit Regen und verstärkt noch die Melancholie und der kalte Abendwind weht direkt hinein ins Herz. Wie einsam und verlassen man sich doch unter 3.000 Zuschauern fühlen kann…. Ich ergab mich der Schwermut und Zeilen wie “…find ich ein Haar von Dir, steck ich es einfach ein…”, “…schmerzhaft wird es erst hinterher…”, “…Du drehst mit den Fingern Dein Haar & nur Idioten finden das wunderbar…” potenzierten mein Gefühl von fünf Tonnen Beton im Magen. Mach’s gut, Du dumme große Liebe.

Text: Jens Mende

 

Foto: Nancy Droese


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