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Kommentiert: TuS Jena gegen AC Taucha

Gestatten Sie mir ein kleines Vorwort: - es hat mich anscheinend voll erwischt. Ich leide derzeit an einem heftigen, zu chronischem Verlauf neigenden Kommentarfieber. Aber da wir ja alle so unser kleines Päckchen zu tragen haben, will ich Ihnen die Ohren jetzt auch nicht mit meinen unbedarften Problemchen volljammern. Is nich meine Absicht. Allen empathiegesegneten jenanews.de- Besuchern, die jetzt trotzdem noch weiterlesen, möchte ich an dieser Stelle meinen tiefempfundenen Dank aussprechen.

Wo waren wir gerade? Natürlich – beim Ringen. Und ich verrate Ihnen jetzt eines meiner strenggehütetsten Geheimnisse, ich hab vom Ringen genauso viel Ahnung wie vom Fußball. Also - dieses Mal, am vergangenem Samstagabend, trieb es mich nicht zum unbestrittenen König des Sports - dem Fußball, sondern zum Ringen. Mh. Aus dieser Perspektive betrachtet gibt’s da im Grunde keinen großen Unterschied, bei beiden Sportarten spielt sich das Geschehen nämlich weitestgehend auf dem Boden ab. Sozusagen auf dem Boden der Tatsachen. Aber ich neige dazu vom Thema abzuschweifen, - sorry.

Also gut. Ich begab mich also am Samstag gen Sportforum, wo sich gegen 19:30 Uhr (Mitteleuropäischer Zeit- der Korrektheit halber) die Mannschaften des TuS Jena und AC 1990 Taucha gegenüberstanden. Ich betrat die Halle, empfangen vom gleißend-romantischen Licht der unübersehbar schadhaften Deckenbeleuchtung (ich will ja wirklich nich meckern) und dem lautstarken „Bum, Bum, Bum“ von Trommeln, auf die ein paar hartgesottene Ringsportfreaks voller Begeisterung wie verrückt einschlugen. Der erste Kampf war schon in vollem Gange, ich war wieder mal zu spät dran... Aber bitte – Sie verraten das niemandem, okay?

Glücklicherweise komme ich gerade richtig, um mitzuerleben, wie Dominik Waag vom TuS Jena seinen Gegner mit einem gekonnten Schultersieg aus dem Gefecht setzt. Meine Augen ruhen wohlgefällig auf den muskulösen Schultern der ineinanderverschlungenen Männerkörper. Meine Augen dürfen das, denn ich bin Single. Leider. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema, auf das wir hier jetzt nicht näher eingehen sollten, nicht wahr? Und - meine Herren, zu meiner Verteidigung kann ich vorbringen, dass nun mal auch die Damenwelt Augen im Kopf hat, die sie im allgemeinen auch benutzt. Auch wenn wir Frauen den Männern damit nicht speziell auf Brüste, sondern auf andere strategisch wichtige Stellen starren. Und ja, wir sind manchmal, - zumeist in Liebesangelegenheiten - mit Blindheit geschlagen, ansonsten aber haben wir den vollen Durchblick.

Während der ersten Halbzeit fallen mehrere Ringer der gegnerischen Mannschaft verletzungsbedingt aus, die potentiellen Gegner schütteln sich nett die Hände und das war’s schon. Kein Kampf - schade. TuS-Ringer Markus Hamann, (Freistil) in der 120Kg Gewichtsklasse, (belegte 2002 den 7. Platz bei der WM im Iran) entscheidet den Kampf klar überlegen für sich. Rüdiger Kabus erhält während des ringerischen Gemetzels einen heftigen Schlag gegen das Ohr. Aua. Das scheint wirklich weh zu tun. Der guten Stimmung des nicht allzu zahlreich erschienenen Publikums scheint das aber keinen sichtlichen Abbruch zu tun. „Rum, rum, rum“, kreischt ein junger Mann in unmittelbarer Nähe und ich nicke nachdenklich dazu, während ich noch ein paar Bilder schieße. Und dann wird auch schon die Halbzeitpause verkündet.(Zwischenergebnis 18:0 für den TuS) Ich nutze sie, um draußen meinem einzigen Laster, - dem Rauchen, zu frönen. Ein Fachmann des Ringsports erklärt mir währenddessen, dass ein Schlag gegen das Ohr sehr schmerzhaft ist. Viele aktive Ringer haben sogenannte „Blumenkohlohren“, das heißt, der Knorpel im Ohr ist kaputt, wodurch die Dinger dann etwas unförmig wirken. Wie Blumenkohl eben. Aber wen stört denn das bei so viel geballter Männlichkeit schon?

Und dann geht es auch schon weiter mit den letzten fünf Kämpfen dieses Abends. Ein Highlight ist der Kampf in „Griechisch-Römisch“ Andre Emich vs. Sascha Wend vom AC Taucha. Emich war Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und ja, ich geb es zu, ich bin ein Fan von ihm. Wie erwartet gibt es reichlich Aktion zu sehen, beide Gegner schenken sich nichts. Und Andre Emich gewinnt den Kampf wie erwartet. Und das war’s dann auch schon.

Fazit: die Ringer vom TuS präsentierten sich an diesem Wochenende als durchweg starke Mannschaft, die ihre klare technische Überlegenheit gegenüber dem Gegner bewies. Der TuS Jena siegte verdientermaßen und klar mit 34:3 Punkten gegen den AC 1990 Taucha. Ich verabschiede mich an dieser Stelle und wünsche Ihnen eine fabelhafte, kampflose Woche ohne Blumenkohlohren...
Ihre Auswechselreporterin Conny Ackermann. :-)

Fotos: Conny Ackermann

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