Donnerstag, 14 | 11 | 2019 - jenanews.de_2.1 - Gute Nachrichten für Jena.
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Nennt Eure Söhne Hartfried!

Hartfried Ackermanns neue Serie "Wie ich den Kernberglauf gewann" auf jenanews.de. Heute: Nennt Eure Söhne Hartfried! - Die erste Woche als Nichtraucher liegt hinter mir. Keine Ahnung, wie ich überlebt habe. Schüttelfrost, Schweißausbrüche – nein, ich habe nicht beim Mexikaner gegessen und mich mit der Schweinegrippe infiziert – ich habe einfach nur ganz schlimme Entzugserscheinungen.

Nachts bin ich putzmunter, am Tag todmüde und ständig habe ich Hunger. Bei jeder Kleinigkeit gehe ich in die Luft. Nur ein Beispiel: Ich bin mit dem Bus unterwegs, Linie 10, die extrem nervige Ansagestimme kündigt die nächste Haltestelle an: Boithen-berk-Camm-puss. Ich mit einer finalen Entschlossenheit im Blick: „SCHNAUZE DA VORNE!!! Dein dummes Rumgesülze geht mir seit Jahren auf den Keks!!!“ Obwohl ich mitten im Berufsverkehr unterwegs bin, habe ich plötzlich irrsinnig viel Platz um mich herum.

Diese Erfahrung schürte in mir eine schlimme Vermutung. Guido Knoop, oberster Geschichtsschreiber beim ZDF, hat uns alle verarscht! Inzwischen weiß ich nämlich ganz genau, dass Kriege immer deshalb ausgebrochen sind, weil mal wieder irgendein Stammesfürst, Generalsekretär oder Präsident nichts zu rauchen hatte. In diesem Zusammenhang würde ich übrigens gern die Frage geklärt bekommen, ob Eva Braun wusste, was sie anrichten wird, als sie irrtümlich eine volle Packung Zigaretten in den Müll warf...

Ist eigentlich nicht witzig, aber meine Nikotin-Entwöhnungs-Aktion hat bis hier hin schon etwas Gutes: Ich esse irrsinnig viel Obst und Gemüse (wusste vorher gar nicht, dass man das essen kann – ich dachte immer, das wäre nur Deko im Supermarkt) und treibe regelmäßig Sport.

Nach dieser ersten Woche als Nichtraucher und gestählt von unzähligen harten Trainingseinheiten bin ich mir inzwischen sicher, dass ich den Kernberglauf gewinnen werde. Im vergangenen Jahr landete ich noch auf Platz 80. Das war auch so ein Ding – mit stolzgeschwellter Brust und hochrotem Kopf ging ich nach dem Lauf ins Organisationsbüro, um mir meine Urkunde ausdrucken zu lassen, und dann war die Platzierung beinahe dreistellig! Erst dachte ich, die meinen nicht mich sondern irgendeinen gehbehinderten Rentner...

Mit der entsprechenden Software ausgerüstet, editierte ich das Schriftstück später am heimischen Computer und schaffte es mittels einer gefälschten Meldung an die DPA sowie den Sportinformationsdienst immerhin auf den zweiten Platz hinter Waldemar Cierpinski. Sie wissen schon, jener Waldemar, der 1976 und 1980 den olympischen Marathon gewann und dessentwegen der Sportreporter des DDR-Fernsehens, Heinz Florian Oertel, spontan allen werdenden Vätern empfahl: Habt Mut! Nennt Eure Söhne Waldemar!

Ich denke, die werdenden Väter sollten mit der Zeit gehen. Also: Nennt Eure Söhne Hartfried! Immerhin arbeite ich täglich hart wie Pudding an der Realisierung meines Traums, dem Weltfrieden. Und nebenbei will ich den Kernberglauf gewinnen. Sollte das nicht funktionieren, werde ich Nikotin-Entwöhnungs-Coach. Oder Haltestellen-Ansager beim Jenaer Nahverkehr.

PS: Übrigens danke an alle, die es in dieser ersten Woche mit mir ausgehalten haben.

 

 

Alle Beiträge aus der Serie "Wie ich den Kernberglauf gewann" finden Sie hier.


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