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Ernst Haeckel

Ernst Heinrich Philipp August Haeckel (* 16. Februar 1834 in Potsdam; † 9. August 1919 in Jena) war ein deutscher Zoologe und Philosoph, der die Arbeiten von Charles Darwin in Deutschland bekannt gemacht und hinsichtlich einer Abstammungslehre des Menschen ausgebaut hat.

Der in Potsdam geborene Naturforscher, Philosoph und Aufklärer Ernst Haeckel nimmt zunächst auf Wunsch des Vaters ein Medizinstudium auf, das er 1858 erfolgreich abschließt. Noch im selben Jahr als außerordentlicher Professor an die Medizinische Fakultät für vergleichende Anatomie an die Universität Jena berufen, habilitiert er sich dort 1861 mit einer Arbeit über die Ordnung von Wurzelfüßern und geht mehr und mehr seiner eigentlichen Profession nach: der Zoologie. Ab 1865 lehrt er als Professor für Zoologie an der hiesigen Universität, der er ungeachtet zahlreicher Rufe, u.a. nach Würzburg, Wien und Bonn, zeitlebens die Treue hält.

Haeckel greift begeistert die Ideen des englischen Naturforschers Charles Darwin auf und schwingt sich zum vehementen Verfechter und bedeutendsten deutschen Vertreter dessen Evolutionstheorie auf und bereichert sie maßgeblich. Als erster Biologe beschreibt er umfassende und detaillierte Stammbäume, in die er auch den Menschen einschließt.

Sein vehementes Eintreten für eine Abstammungslehre, die den Menschen als ein Produkt der Evolution und nächsten stammesgeschichtlichen Verwandten des Affen begreift, bringt ihn in der Bevölkerung den Titel "Affenprofessor" ein und weite Akademikerkreise gegen ihn auf. Doch Haeckel gibt weder seine Überzeugungen preis noch hält in seinem engagierten wissenschaftlichen Wirken inne: 1884 baut er in Jena das Zoologische Institut auf, bringt im Jenaer Volkshaus in verständlichem bildhaftem Vortrag und in aufklärerischer Absicht die Evolutionslehre unters Volk, lässt 1908 aus Stiftungsgeldern das Phyletische Museum errichten.

Wissenschaftlichen Zwecken dient heute zu weiten Teilen auch ein weiterer Hackel-Bau: Sein 1882/83 im italienischen Landhausstil erbautes Wohnhaus, das er bis zu seinem Tode 1919 selbst bewohnte, beherbergt das Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik der Universität. Gleichzeitig wird in Teilen des Hauses im Ernst-Haeckel-Memorialmuseum das Andenken an den berühmten Zoologen und "Deutschen Darwin" bewahrt.

Zu diesem Andenken gehört nicht zuletzt eine kritische Auseinandersetzung mit den fragwürdigen weltanschaulichen und gesellschaftspolitischen Schlussfolgerungen, die Haeckel auf Grundlage seiner evolutionsbiologischen Forschungen zog. "Haeckel befürwortete eine praktische Eugenik, warb - mit vermeintlich evolutionsbiologischen Gründen - für die Todesstrafe und positionierte sich im Ersten Weltkrieg in extrem chauvinistischer Weise. [...] So konnte Haeckel in den 1930er Jahren leicht im Sinne der nationalsozialistischen Rassenlehre vereinnahmt werden.", schreiben die beiden Jenaer Wissenschaftshistoriker Dr. Uwe Hoßfeld und Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach.

Andreas Klossek

(Quelle: wikipedia.de. Mit freundlicher Genehmigung.)

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