Freitag, 23 | 08 | 2019 - jenanews.de_2.1 - Gute Nachrichten für Jena.
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Voraussage: Jena siegt in Rostock 3:0

jenanews.de-Kolumnist Hartfried Ackermann wühlte sich wochenlang durch teils streng geheime Archive und machte spektakuläre Entdeckungen, auf deren Grundlage er das Endergebnis des am Samstag stattfindenden Ostderbys bereits heute streng wissenschaftlich voraussagen kann.

In der ewigen Rangliste der DDR-Fußball- Oberliga rangiert der FC Carl Zeiss Jena auf Platz eins, Hansa Rostock hingegen nur auf Rang 10. Für den geborenen Statistiker bedeutet dies zwangsläufig, dass Jena als Favorit den Rasen des ehemaligen Ostsee-Stadions betreten wird und Rostock am Ende froh sein kann, wenn die blau-gelb-weißen überhaupt noch etwas Grün für den gemeinen Nordmenschen übrig lassen. (Vorteil Jena; neuer Spielstand 0:1.)

In den 35 Jahren seiner Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs erzielte der FC Carl Zeiss Jena 430 Tore mehr als die Kicker von der Ostsee. Am Samstag (Anstoß: 14:00 Uhr) würde in 90 Minuten ein Tor mehr als die Gastgeber bereits vollkommen ausreichen, um die 2.000 mitgereisten Anhänger des FCC glücklich zu machen. (Vorteil Jena; neuer Spielstand 0:2.)

Wie bereits gestern gemeldet, werden sich 2.000 Fans des FC Carl Zeiss Jena auf den Weg an die Küste machen, das entspricht rund zwei Prozent der Einwohnerzahl der Saalestadt. Würden sich ebenfalls zwei Prozent der Rostocker Bevölkerung für den Ostklassiker am Samstag interessieren, könnte die Partie vor schätzungsweise 6.000 Zuschauern stattfinden. In diesem Zusammenhang zwei Fragen an unsere Waldorfschüler:
a) Wie viele Einwohner hat Rostock?
b) Wie viele Menschen, die nicht den FC Carl Zeiss Jena unterstützen, werden nach eingangs erwähnter statistischen Berechnung am Samstag im Stadion anwesend sein?

Und weil die Statistik nicht lügt, kann der geneigte Waldorf-Schüler nun leicht ermitteln, wie viele Anhänger von Torpedo Moskau gen Ernst-Abbe-Sportfeld reisen würden, käme es zu einer Drittliga-Begegnung zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem russischen Hauptstadt-Klub: Es wären 212.000 Menschen! Was wäre das für eine Stimmung im Gästefanblock! Und Besucher-Rekord im EAS obendrein! Immer vorausgesetzt, dass sich nur zwei Prozent der Einwohner Moskaus auf den Weg machen würden.
Schaut man sich aber in manchen Straßen Lobedas um - für die Leser aus Rostock: Bei Ihnen könnte das Rostock-Schmarl sein - gewinnt man leicht den Eindruck, dass sich dort halb Russland aufhält. Hat denen eigentlich schon mal jemand gesagt, dass Torpedo Moskau überhaupt nicht in der 3. Liga spielt und sich deren Fans nun langsam mal wieder auf den Rückweg machen könnten?

Zurück zum eigentlichen Thema: Knapp sechs Stunden Fahrzeit liegen vor den Anhängern des FC Carl Zeiss Jena auf dem Weg nach Rostock. Das ist durchaus schon eine recht ordentliche Reisezeit, und trotz dieser räumlichen Distanz sprechen Experten noch immer von einem Derby. Dazu ein Vergleich: Die Spieler von Paris St. Germain wären in sechs Stunden locker mit der Concorde (so sie noch flöge – geiles Wort!) von Paris nach New York geflogen, doch würden wir dann immer noch von einem Derby sprechen? Da die Concorde aber nicht mehr fliegt, rechnen wir diesen Treffer - wenn auch aus stark abseits verdächtiger Position - einfach mal der LuftHANSA zu. (Man beachte das Wortspiel!)

Jetzt zu einem wahren Skandal in der Geschichte der Statistik: Der FC Hansa Rostock ist nur ein einziges Mal in seiner Vereinsgeschichte DDR-Meister geworden. Das war im Jahr 1991. Doch nicht nur Guido Knopp konnte mit seinen Geschichtsforschungen eindrucksvoll belegen, dass es die DDR zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr gab! Im Grunde genommen dürfte dieser Meistertitel doch gar nicht zählen, oder? Jena hingegen holte dreimal den DDR-Meister-Titel (63, 68, 70) und nachweislich gab es damals jenes Land noch, in dem sehr viele Wohnungen gebaut wurden, es aber extrem schwer war, Raufasertapete zu bekommen. (Klarer Vorteil also auch hier auf Seiten der Jenaer, neuer Spielstand 0:3.)

Da Hansa Rostock nun also am Samstag gegen Jena mit 0:3 verlieren wird, sage ich kühn die Schlagzeile in der OTZ für Montag, den 4. April voraus: „Hansa-Kogge versenkt“. Aber das ist natürlich völliger Blödsinn – wer versenkt schon freiwillig ein Schiff ohne Haftpflicht? Oder hat irgend jemand eine Ahnung davon, wie dramatisch sich die Preise im Schiffbau seit den Wikingern entwickelt haben?

Mit blau-gelb-weißen Grüßen,
Ihr Hartfried Ackermann

Foto: pixelio.de
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