Montag, 22 | 04 | 2019 - jenanews.de_2.1 - Gute Nachrichten für Jena.
Banner

Eine Kolumne für... die Google Bombe

Eigentlich sollte ich die längst überfällige Kolumne zur endgültigen Erlangung des Weltfriedens schreiben. Bei der Recherche aber stolperte ich dann über die Google Bombe und änderte spontan meine Pläne...

Jeder Vollpfosten ruft am Tag X-mal Google auf. Ich auch. Und manchmal frage ich mich, wie die Journalisten früher recherchierten, als es nur Schreibmaschinen, unangespitzte Bleistifte und Trockenbrot in den Redaktionen gab.

Dank Google und dem Internet aber kann heute jeder zu jedem wurstbeliebigen Thema innerhalb von Sekunden wertvolle Informationen erhalten und – so der Intellekt dafür ausreicht – mitreden.
Die Haltung des Dalai Lama zur Verspottung des sächsischen Dialektes? Alice Schwarzers Verhältnis zum Weichspüler (der Weichspüler; männlich)? Bimbambopolis und die ungenehmigte Verwendung von Beiträgen aus fremder Feder? - Alles kein Problem. Ich google das einfach und hacke den Beitrag dann in nur wenigen Minuten in die Tastatur.

Früher liefen korrekt gekleidete Journalisten zur Recherche in die Archive ihrer Redaktionen, befragten Experten oder wälzten in Bibliotheken richtig dicke Bücher. Jahre später war der Beitrag dann vollendet. Heute lümmeln wir nur mäßig korrekt gekleidet an unseren Rechnern und freuen uns über jeden Erguss aus der Standleitung zu Google. Doch manchmal ist das Ergebnis ganz anders als erwartet...

Ich musste mich wohl vertippt haben, denn plötzlich erhielt ich Ergebnisse zur Google Bombe. Kein Scherz! Ich wusste zwar, dass es durchaus lustige Möglichkeiten gibt, den Giganten unter den Suchmaschinen auszutricksen, aber von einer Google Bombe wusste ich nichts.

Das Prinzip ist einfach: Es müssen sich nur genügend Leute finden, die ihre Homepage mit einem Link zu einer vorher verabredeten Seite ausstatten und den zu verlinkenden Text alle gleich benennen – fertig ist die Google Bombe. Beispiele gefällig? Was glauben Sie wohl, wird Ihnen Google anzeigen, wenn Sie die Begriffe „verräter partei“ eingeben? Oder „pobereit“? Oder „verfassungsfeindliche Partei“? Ich gebe zu, ich liebe solchen Unfug, der durchaus auch Botschaften transportiert.

Zurück aber zum eigentlichen Thema. Ursprünglich sollte ich ja eine Kolumne zur ultimativen Erlangung des Weltfriedens schreiben. Dabei fällt mir ein Slogan aus den 80ern ein (das waren noch Zeiten, da diskutierte man nicht in Online-Foren über die armselige Sozialpolitik der Bundesregierung, da flogen noch Steine, da brannten noch Autos!). Der Slogan lautete: Frieden schaffen ohne Waffen. Eigentlich Blödsinn. Ich würde es ja zu gerne mal mit einer Google Bombe probieren, aber ich befürchte, die gerät beim Thema Weltfrieden eher zur Platzpatrone...

Text: Hartfried Ackermann
Foto: pixelio.de
Share on Myspace
5
Eine Kolumne für... die Google Bombe - In den VZ Netzwerken zeigen
4
Eine Kolumne für... die Google Bombe - Ihren XING-Kontakten zeigen
3
Eine Kolumne für... die Google Bombe - Bei Wer kennt wen teilen
4
Eine Kolumne für... die Google Bombe - Auf Delicious teilen
6
Eine Kolumne für... die Google Bombe - auf Jappy teilen
1
PDF
E-Mail


Teilen




 
Start Feuilleton Kolumne Eine Kolumne für... Eine Kolumne für... die Google Bombe