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Eine Kolumne für... die Büffelhüfte

Eine Paarhuferin hat es nicht leicht. Noch dazu, wenn sie zur Familie der Rindviecher gehört. Zudem steht es – das Rindvieh - permanent wiederkäuend (manchmal vollgekackt von der Hüfte bis zum Knöchel) im suburbanen Grün.

So ein Leben als Paarhufer ist ziemlich langweilig. Jeden Tag stumpfsinnig in die Welt blicken und dabei das ewig gleichschmeckende Grünzeugs in sich reinstopfen – nein! Und den Höhepunkt des Tages bildet der Melker mit seinen kalten Händen. Nein, ich möchte kein Paarhufer sein. Und auch kein Büffel.

Die freilebenden Büffel wurden vor Jahren beim Cowboy- und Indianerspiel ausgerottet. Wenige Jahre später hätten (Cowboy) Ronald Reagan und Rothaut Michael Gorbatschow beinahe das gleiche mit der Menschheit getan. Sie einigten sich dann aber doch auf die Abrüstung. Für die Büffel kam diese Einigung leider zu spät.

Und gefährlich lebt so ein Rindvieh auf der Weide. Manchmal verirrt sich die Kugel eines Freizeit-Jägers aus dem nahegelegen Forst und Bumms! Statt des Achtenders fällt die Kuh auf die Nase. Und steht – inzwischen bleivergiftet – nicht wieder auf. Geschieht dies häufiger, verknappt sich die verfügbare Milchmenge, was zu Preissteigerungen bei Molkereiprodukten führt, über die wir uns dann gern in Leitartikeln und in ZDF-Sondersendungen beschweren. Zu Zeiten der Staatsjagd in der Deutschen Demokratischen Republik hatten wir mitunter wochenlang keine Milch!

In Indien dagegen gilt die Kuh als heilig und wird verehrt. Das führt mitunter soweit, dass Raketenstarts der indischen Raumfahrtbehörde abgebrochen werden, weil sich eine Kuh auf dem Startgelände befindet. Wobei ich mich frage, welches Rindvieh Raketenstarts auf einer Weide anberaumt. Man stelle sich das mal in Bayern vor!



Fairerweise soll nicht unerwähnt bleiben, dass die gemeine Hauskuh eine scheinheilige Bestie ist! Aber sag das mal den Indern! Die paarhufige, manchmal auch buntgescheckte Kuh ist die alleinige Verursacherin der globalen Erwärmung. Beim Verdauen all des Löwenzahns und Sauerampfers entstehen nämlich Methangase in nicht unerheblicher Menge. Was das vom Wesen her angeblich ach so gutmütige Rindvieh als Treibhausgas gesättigt in die Atmosphäre pupst, lässt die Polkappen schmelzen und entzieht in tragischer Konsequenz den Eisbären den Lebensraum. Von daher kann ich schon verstehen, dass die Eisbären dolle sauer sind aufs Rindvieh.

Vielleicht sollten sich die Eisbären zusammenrotten und zur Durchsetzung ihrer Interessen eine Partei gründen. Knut und Flocke sind - im Gegensatz zu Braunbär Bruno, Gott hab ihn selig - in der Öffentlichkeit sehr beliebt und könnten den Vorsitz übernehmen. Beide gelten – was einen Boni verspricht – als nicht Stasi-Vorbelastet, was die Chance erhöht, bei der nächsten Bundespräsidentenwahl den Kollegen aus dem bürgerlich-liberalen Lager mal so richtig den Perzel zu zeigen.

Aber das ist natürlich Quatsch. Also zurück zu den Paarhufern. Geputzt und entbeint sind die relativ lecker. Zumindest aus der Sicht eines Nicht-Vegetariers. Und möglicherweise ist genau das den Büffeln zum Verhängnis geworden. Die schmecken gut, also werden sie von den lässig durch die Prärie reitenden Jungs aus der Marlboro-Werbung totgeschossen. Oder militante Umweltschützer greifen zur Selbstjustiz und killen die paarhufigen Ökokiller. Wenig später landen die mittlerweile merklich abgekühlten Löwenzahn- und Eisbären-Lebensraum-Vernichter in einem Gourmetrestaurant. Büffelhüfte! Oberlecker! Und werden noch ein wenig später auf der schulterhoch gefliesten Toilette des Gourmettempels wieder ausgekackt. Was für ein Abgang!

Die volle Ladung Hartfried Ackermann gibt's hier.

Text: Hartfried Ackermann
Foto: Stefan Ehrbar, wikipedia.org


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