Paul, du dummer Tintenfisch! Hast uns mit deinen Vorhersagen den 4. WM-Titel versaut! Jetzt bist du tot und Kolumnist Hartfried Ackermann schreibt quicklebendig einen Nachruf auf dich.

Der Sommer war heiß. Und genial. Was haben wir gefeiert! England mit 4:1 gedemütigt und zurück auf die Insel geschickt, Argentinien gar mit 4:0 deklassiert und irgendwie war uns allen klar, dass uns auch die Spanier auf dem Weg zum 4. WM-Titel nicht stoppen können.

Und Paul, der allwissende Krake im Oberhausener Aquarium, sagte den Ausgang aller deutschen Spiele korrekt voraus. Keine Ahnung, wie der Bursche das gemacht hat. Intelligenz muss ja nicht immer etwas mit Gehirnmasse zu tun haben, wie uns viele Zeitgenossen regelmäßig eindrucksvoll verdeutlichen.

Nach dem die deutschen Hoffnungen auf den Titelgewinn von den Spaniern im Halbfinale beerdigt wurden, hat nun auch Paul das Zeitliche gesegnet. Er schlief am Dienstag im Alter von drei Jahren ein und ich weiß nicht so recht, ob ich trauern soll. Klar, immerhin war er ein deutscher Tintenfisch in einem deutschen Aquarium, gefüllt mit edlem deutschen Wasser. Aber: Der Typ hat sich als Verräter entpuppt. Tippte auf Spanien und behielt recht.

Von den Fehlfarben gab es Anfang der Achtziger mal einen Song namens „Paul ist tot“: „Paul ist tot, kein Freispiel drin. Der Fernseher läuft, tot und stumm...“ Tja, das gilt ja nun wohl auch für den Kraken.

Mach's gut Paul. Falls Du ein Hindu warst und wiedergeboren wirst, könntest Du es als Wettbroker versuchen. Oder als deutscher Fußball-Nationalspieler. Kommst du aber als Krake zurück, dann mach es 2014 gefälligst besser! Ich zähl auf dich...

Text: Hartfried Ackerman
Foto: wikipedia.org
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